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Thema: Wiedereinstieg in den Beruf

  1. #11

    Registriert seit
    13.10.2008
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    Unterfranken
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    3

    Standard Wiedereinstieg in den Beruf - Ehrenamt

    Ich muss jetzt auch mal meinen Senf dazugeben.
    Ich finde es richtig und auch wichtig, dass man als Mutter wieder in den Beruf einsteigt.
    Gerade als Vorbild für die Kinder, die sehen dass von Arbeit auch was rumkommt. Ich glaube es gibt nur wenige Glückliche, die es sich leisten können auch nach der Elternzeit nicht auf die Arbeits zu gehen.
    Ich hatte das Glück und konnte nach 3 Jahren Elternzeit wieder in meinen Beruf einsteigen. Im Moment zwar nur einige Stunden in der Woche, aber immerhin etwas.
    Für uns ist es auch sehr wichtig, dass ich oder mein Mann daheim ist, wenn die Kinder aus der Schule oder dem Kiga kommen und sie nicht in die Nachmittagsbetreuung müssen.
    Ich finde es ist schon sehr viel von einem Kinder verlangt, wenn es von frühs um 7:30 Uhr bis nachmittags um 16:00 Uhr im Hort oder Kindergarten ist.
    Klar, bei manchen ist es nicht anders zu machen (auch wegen der finanzellen Situation).

    Was ich aber überhaupt nicht verstehen kann, wenn eine Mama oder ein Papa zu Hause sind, und die Kinder den ganzen Tag außer Haus sind.

    Jetzt noch was zum Ehrenamt.
    Bei uns im Ort (ca. 5000 Einwohner) ist es aber eher die Regel, daß fast nur Berufstätige im Elternbeirat, Kindergarten usw. ein Ehrenamt übernehmen.
    Es ist schon fast Vorauszusehen, wer sich bei einer Wahl usw. zur Verfügung stellt. Es sind fast immer die selben, was sehr schade ist.
    Es gibt sehr viele Mamas, die daheim sind (auch wenn die Kinder schon in den Kiga oder die Schule gehen) und die nicht bereits sind ein Amt zu übernehmen.

  2. #12

    Standard Wiedereinstieg in den Beruf

    Ich hab mir den Wiedereinstieg, nach dem 4. Kind, auch schon überlegt. Bisher mach ich nur einen Minijob, den ich auch nur einmal in der Woche nachgehe. Aber wenn mal ein Kind krank wird ( meistens einer nach dem anderen ), ist das manchmal . Da mein Mann neben seiner Vollzeitstelle, noch einen 400 Euro Job nachgeht, ist er nicht vor 19.30h in der Woche und Samstag`s nicht vor 15.00h zu Hause. Oft arbeitet er noch Sonntag`s. Da ist die Entscheidung bei mir bisher noch nicht gefallen. Einerseits müsste ich anfangen,was für meine Rente zu tun, was sich erst bei einer Halbtagstelle lohnt. ( fürs Familieneinkommen, wäre es auch nicht schlecht.). Andererseits sind da die Betreuungskosten, die bei 4 Kindern schnell ausufern können ( sprich mehr Familieneinkommen, mehr Kindergartenbeitrag, offener Ganztag ca. 50Euro + 50Euro Essensgeld pro Kind zahlbar minimal weniger fürs Geschwisterkind und der Kiga möchte demnächst auch Geld für das Mittagsessen ). Dabei sprech ich noch nicht mal vom Haushalt, Artzbesuchen, Ausflügen mit den Kindern u.s.w... Momentan möchte ich mich über Weiterbildunng ö.ä. informieren, da meine Lehre vor 12Jahren abgeschlossen habe, und in dem Beruf noch nicht gearbeitet habe. Ich denke kommt Zeit kommt Rat. Mein jüngstes ist jetzt 3 1/2 und das älteste 12 Jahre alt, da kann sich jeder denken, was abgeht.

  3. #13

    Ausrufezeichen Betreuungskosten - Arbeitgeber sind gefordert

    Also bei vier Kindern würde ich es mir vielleicht auch überlegen, jetzt schon wieder zu arbeiten ... Allein, wenn ich bedenke, wie viele Termine ich bei meinen beiden schon wahrzunehmen habe (z. B. jetzt im November VIER Elternabende: einen Vorbereitungselternabend für künftige Erstklässler, einen Elternabend in der kirchlichen Kinderarbeit, einen regulären im Kiga mit Elternratswahl und einen regulären in der Schule ...) - das doppelte Pensum an "Kinderterminen" könnte ich wohl nicht mit meiner Arbeit vereinbaren.

    Abgesehen davon ist es natürlich fraglich, ob sich ein Teilzeitjob wirklich lohnt, oder ob das verdiente Geld gleich wieder in die wegen der Arbeit erforderliche erweiterte Betreuung fließt. Hier sind m. E. die Arbeitgeber stärker gefordert. In unserer Stadt beteiligen sich zunehmend Firmen an Kitas in der Nähe, sie spenden und sponsern die Kita oder Projekte derselben und erhalten so ein gewisses Kontingent an Plätzen, die schonmal das erste Problem lösen, nämlich überhaupt eine Betreuung zu finden.

    Zudem gibt es immer mehr Arbeitgeber, die ihren Mitarbeitern die Betreuungskosten bezahlen. Die Arbeitgeber haben steuerliche Vorteile - es ist also für beide Seiten nützlich. Ich glaube jedoch, dass sich dies nur auf die vorschulische Betreuung (auch mit Essensgeld) beschränkt.

    Eigentlich ist dieses Forum mit derzeit über 15.000 Teilnehmern (warum schreiben die nix?) das geeignete Umfeld, um unser Einkaufsverhalten zu überdenken. Fragt eine von euch vor Auftragserteilung beim Klempner um die Ecke nach, ob es sich um einen familienfreundlichen Betrieb handelt? Ob die angestellten MitarbeiterInnen Arbeitszeiten haben, die ihren Bedürfnissen entsprechen? Ob die Betreuungskosten bezahlt werden? Ob die Männer in Elternzeit gehen dürfen? Ob der Chef mal eine Spende für die Nachwuchsmannschaft des örtlichen Fußballvereins leistet (die er ja auch absetzen kann)? Ich gebe zu, das ist schwierig umzusetzen und meistens hat man ja als Familie allemal einen "Peanuts"-Auftrag zu vergeben, für den sich dieses Frage-Antwort-Spiel gar nicht lohnt. Aber einfach bewusster an alles heranzugehen und zu hinterfragen, könnte unsere Gesellschaft verbessern. Allein das bewusste Einkaufen von regionalen Produkten, dazu zähle ich neben den Landwirten auch die Produkte der Handwerksbetriebe - der Optiker, der Zahntechniker, der Hörgeräteakustiker, die aufgrund des Preisdrucks aus Fernost systematisch ausgerottet werden -, der Spielzeughersteller, die in Deutschland eine große Tradition haben, aber wegen des Verbrauchers Billig-Denken gegen den Chemie-Scheiß aus China ankämpfen müssen, ganz schlimm auch der ganze TCM-Müll, der uns Bedürfnisse vorgaukelt, die wir ohne dieses jede Woche neu blinkende Regal gar nicht hätten - das Geld, was wir beim Kauf billiger, minderwertiger, schadstoffbelasteter und umweltfeindlicher Ware sparen könnten, ließe sich wunderbar in EIN teures deutsches Holzspielzeug, in EIN teures deutsches Auto, in EIN teures in Deutschland produziertes T-Shirt investieren. Wir schlügen zwei Fliegen mit einer Klappe: Wir hätten vernünftige deutsche Produkte in einer Top-Qualität aus 1A-Rohstoffen mit sicheren Arbeitsplätzen in unserem Land und wir würden den Überfluss, die Überfrachtung, auch die damit verbundene Reizüberflutung unserer Kinder eindämmen können.

    Würden wir alle so handeln können, gäbe es Arbeit in Hülle und Fülle für Mütter, die auch noch in familienfreundlichen Betrieben mit angemessener Bezahlung arbeiten können, dadurch zufriedener wären, dies auf die Kinder ausstrahlen würden und wir uns nicht in Diskussionen zerreiben müssten, ab wann wer wieder arbeiten geht, überhaupt eine Stelle findet, die Bezahlung nicht durch Betreuungskosten aufgefressen wird usw.

  4. #14

    Standard Wiedereinstieg in den Beruf?

    Hallo,
    ich bin Mama von drei Kindern (2, 6 und 9 Jahre alt). Da ich auch nicht möchte, dass meine Kinder mittags fremdbetreut werden und mein Mann täglich sehr spät nach Hause kommt, wäre es für mich schwierig, wieder einzusteigen. Im Moment ist es vielleicht noch kein so großes Thema und ich bin auch gerne zu Hause. Wenn unser Jüngster mal den Kindergarten besucht, kann ich mir theoretisch vorstellen, dass ich irgendwann wieder ein bisschen Abwechslung gebrauchen könnte. Aber sicher nicht gleich am Anfang. Obwohl ich in Haus und Garten schon genug Arbeit finden würde, dass es mich auslastet. Alles Bürokratische erledige ebenfalls ich. Für mich wäre ein Job ideal, bei dem ich die Arbeitsstunden individuell einteilen könnte. Es wird aber sicher schwierig sein, eine solche Arbeitsstelle zu finden. Das Niveau meines alten Jobs habe ich eigentlich für mich schon abgeschrieben, wenn, dann würde ich mich neu orientieren. Da mein Sohn ja erst 2 Jahre alt ist, habe ich mich noch nicht weiter umgeschaut. Ich habe noch das große Glück, dass wir nicht auf ein zweites Einkommen angewiesen sind und kann der Sache eigentlich gelassen entgegenschauen.
    Geändert von yeti777 (14.01.2009 um 21:15 Uhr)

  5. #15

    Standard Andere Meinung

    Ich möchte einmal den gängigen Konsens hier durchbrechen, wonach Mütter einige Jahre zu Hause bleiben müssen, damit das Kind keinen Schaden erleidet. Ich erlebe das Gegenteil. Ich bin acht Monate nach der Geburt meiner Tochter wieder ins Büro gegangen. Natürlich Vollzeit, ich mache keine halben Sachen. Unsere Tochter war erst bei einer Kinderfrau, später in einer städtischen Krippe. In der Verwandtschaft stießen wir mit dieser Lösung erst auf Vorbehalte, bald aber waren alle begeistert, wie gut sich unser Kind entwickelt. Heute ist sie sehr kontaktfreudig und kann sich durchsetzen.

    Wenn ich hier lese, wie entsetzlich es für ein Kind sein muss, bis 16 Uhr (!) in der Krippe zu sein, muss ich immer lachen. In anderen Ländern ist das völlig normal, nur wir hier ein Deutschland haben jahrelang eingetrichtert bekommen, das Mütter gefälligst am Herd stehen sollen. Gut, dass sich das jetzt langsam ändert.

    PS: Das Erziehungsgeld halte ich für absoluten Blödsinn. Warum sollten wir Eltern belohnen, die ihre Kinder NICHT in eine Bildungseinrichtung geben? Darunter leiden die Kinder, die zu Hause keine Anregung erfahren, sondern vor dem Fernseher geparkt werden, weil ihre Eltern lieber das Geld kassieren.

  6. #16

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    Cool zu Andere Meinung!!!

    Ich sehe es inzwischen so, dass wir hier in Deutschlad den absoluten Luxus haben, dass wir die ersten Jahre bei unseren Kindern zuhause bleiben können und wer zuhause bleiben will - ja warum nicht ausnutzen??? Und wer arbeiten gehen will - warum nicht???? Zum Glück können wir doch (meistens) noch entscheiden ... Weder das eine ist bestimmt 100%ig das richtige noch das andere - und soll es doch auch gar nicht sein, oder??? Sind wir Maschinen oder Menschen??? Ich selber habe die Erfahrung gemacht, dass es bei meinem Sohn ganz schön übel hätte ausgehen können (können - nicht müssen), wenn ich nachmittags nicht zuhause gewesen wäre und damit einiges hatte abfangen, bzw. überhaupt erst begreifen können. Ausserdem war es bei meinem Großen auch so, dass er erst mit 2 Jahren durchgeschlafen hat und ich tagsüber oft so fertig war, dass ich für eine Arbeitsstelle gar nicht geeignet gewesen wäre. Also beglückwünsche ich dich hiermit zu deinem Kind und dass du vor allem die Möglichkeit hast weiter zu arbeiten. Meine Arbeitsstelle war noch dazu 60 km vom Wohnort entfernt und wenn du eine Krippe kennst wo man die Kinder schon um 6.30 abgeben kann und erst um 18 Uhr oder so wieder abholen kann - doppelt Glückwunsch. Also sei bitte Vorsichtig mit Verallgemeinerungen. Ich selber habe auch versucht bald wieder einzusteigen, da mir mein Beruf wirklich Spass gemacht hat - aber wenn deine Abteilung aufgelöst wird - dann klappt das halt auch nicht sofort wieder was passendes zu finden. Jetzt habe ich 2 Jobs bis 400€ im Monat, habe in den Ferien auch Ferien und damit für mich gerade auch das passende gefunden. Es geht also auch anders.
    Was ich jetzt aber überhaupt nicht gut finde, ist die Verallgemeinerung mit dem Erziehungsgeld. Ich weiss zwar leider nicht, wie das aktuell ist, aber bei meinem ersten habe ich das Erziehungsgeld glaube ich 4 oder 6 Monate bekommen - und ganz ehrlich - kann man in dieser Zeit die Kinder schon vor dem Fernseher parken???? Und kann man von dem Erziehungsgeld wirklich größere Sprünge machen als wenn man arbeiten geht???? Und parkt man die Kinder nicht eigentlich dann erst oft vor dem Fernseher, wenn sie im Kindergartenalter sind - noch schlimmer, wenn sie Schulkinder sind oder größer???? Oder vielleicht sogar dann, wenn man ganztägig Berufstätig ist und abends noch den Haushalt machen muss - das andere Vorurteil gibt es nämlich genauso. Meiner Meinung nach haben es die ganz Kleinen doch hier in Deutschland noch am besten - Krippenplätze, die dürfen schreien, Dreck machen - alles ist erlaubt. Im Grundschulalter wird es dann schon schwerer - da ist so ein Lärmpegel dann schon eine Belästigung. Und im Jugendlichen-Alter schüttelt man doch nur noch den Kopf über die Kinder, weil die sind ja sowas von schlimm - diese Sprache - dieses Benehmen - ts ts ts. Das Duzi-Duzi-Duzi zu den Kleinen ist super süß - aber geil oder krass - was für eine Sprache ...
    Also - ich denke um die ganz Kleinen brauchen wir uns hier in Deutschland keine Gedanken machen - Krippenplätze, Tagesmütter, Erziehungsgeld, Kindergarten, usw. usw. - sollte man sich nicht eher mal um die größeren Gedanken machen, warum die manchmal SO werden, bzw. warum die so viel vor dem Fernseher oder PC sitzen???? Und da bekommt man kein Erziehungsgeld mehr. Also kanns daran nicht liegen ... könnte es vielleicht sein, dass die oft von niemandem akzeptiert werden oder sich die Zeit anders vertreiben können???

  7. #17
    Avatar von ponymaedchen
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    Ausrufezeichen Leben und leben lassen!

    Ich wundere mich immer wieder, wie dogmatisch manche Mütter ihren eigenen Weg als den einzig möglichen darstellen. Sei es Stillen, Arbeiten, die "richtige" Schule etc...

    Ob arbeiten oder nicht, ob Teilzeit oder Vollzeit und ab wann: das muss doch jede Mutter für sich entscheiden! Nach ihren Bedürfnissen, nach denen ihres Kindes und nicht zuletzt den äußeren Umständen entsprechend. Denn das kleinste Hindernis (zB ungünstige Betreuungszeiten oder weiter Arbeitsweg) kann zum Stolperstein werden. Andersherum kann eine liebevolle Erzieherin, ein neugieriges Kind etc. die Entscheidung für den "Wiedereinstieg" ganz leicht machen.

    So war's nämlich bei mir und meiner Großen, heute 6 Jahre alt. Als sie mit 8 Monaten in die Kita kam, hat sie nur 3 Tage morgens beim Abgeben geweint, danach kam eher die Phase, wo sie nachmittags lieber dageblieben wäre. Denn "ihre" Erzieherin hat sie heiß und innig geliebt, und umgekehrt. Glaub nicht, dass meine Tochter eine innere Einheit mit ihrer Mutter zerreißen sah. Ich muss aber auch erwähnen, dass die Erzieherin die Muße hatte, sie z.B. beim morgendlichen Ausflug im Tragetuch mitzunehmen.

    Meine Kleinste (15 Monate) weint dagegen noch immer jeden Morgen, obwohl auch sie mit 8 Monaten zum Kita-Kind wurde (2 Vormittage pro Woche). Ihr zuliebe habe ich mich jetzt dafür entschieden, meine Teilzeit noch nicht wieder von 10 auf 20 Wochenstunden auszustocken. Sie gar nicht in den Kindergarten zu geben ist mir nicht möglich. Die beiden Halbtage sind die einzigen Zeiten, an denen ich völlig vom Muttersein abschalten kann, weil ich meine Kinder gut betreut weiß. Da wird Arbeiten glatt zur Therapieform...

    Die einzige "allgemeingültige Regel", der ich versuche zu folgen: Geht es der Mutter gut, so geht es auch dem Kind gut. In meinem Fall: Bleibe ich komplett zuhause, übertrage ich den Frust am Ende aufs Kind?!

    Fazit: Ratschläge und Erfahrungsberichte sind ok. Aber Dogmatismus und Null-Toleranz sollten sich Eltern unbedingt sparen: Welche Grundhaltung lernen denn die Kinder wohl daraus??

  8. #18

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    Standard Hallo workingmumfrankfurt,

    ich habe meine Kindheit in Thüringen verbracht, zu einer Zeit, in der es völlig normal war, die Kinder spätestens mit einem Jahr in die Krippe zu geben. Mir wurde also nicht eingetrichtert, dass Mütter gefälligst am Herd stehen sollen. In meiner Klasse in der Grundschulzeit gab es nur eine Mitschülerin, deren Mutter Hausfrau war, alle anderen Mütter waren berufstätig, überwiegend in Vollzeit. Trotzdem habe ich meine beiden Kinder nicht zu einer Tagesmutter oder in die Krippe gegeben, sondern erst in den Kindergarten. Der Große geht seit einem Jahr und der Kleine in ein paar Wochen, wenn er seinen dritten Geburtstag hat. Er freut sich jetzt auch schon darauf, da er durch seinen Bruder alles schon kennt. Es wird also keine Tränen geben, nur weil er so lange mit mir zusammen war. Mittlerweile bewerbe ich mich wieder, um ins Berufsleben zurückzufinden. Die letzten fünf Jahre war ich zu Hause, was wiederum in meiner Verwandschaft eher unüblich ist, da gehen die Kinder meist schon in die Krippe. Trotz (oder vielleicht auch wegen) meiner Erziehung hätte ich es niemals übers Herz gebracht, meine Kinder mit acht Monaten täglich in fremde Obhut zu geben. Und auch, wenn es für dich konservativ ist, finde ich, dass das ein natürliches mütterliches Gefühl ist, dem ich auch gern nachgegeben habe.
    Du hast recht damit, dass es in vielen europäischen Ländern üblich ist, die Kinder in die Krippe zu geben, aber glaube nicht, dass alle Frauen dort damit klarkommen. Viele würden gern zu Hause bleiben, aber dort ist genau das mittlerweile schon verpönt.
    Und weil du schreibst, du machst keine halben Sachen: das mag für deinen Job gelten, aber was ist mit deinem Kind, das du weggibst in einem Alter, in dem es die Mutter am meisten braucht?
    Nochmal zum Erziehungsgeld. Ich vermute, du meinst die sogenannte Herdprämie, die mal im Gespräch war. Mal abgesehen davon, dass ich dieses Wort dämlich finde, ist es einfach nur ein Geldbetrag, den die Kommune dem Krippenplatz beisteuert und der auch den Eltern zustehen sollte, die ihr Kind zu Hause betreuen. Das hat einfach was mit gleichem Recht für alle zu tun. Hier geht es nicht darum, dass Eltern für irgendwas belohnt werden. Wir reden hier schließlich vom Kleinkindalter, also Geburt bis drei Jahre. Übertreiben wir es da nicht ein wenig mit der Bildung? Was nützt es, wenn alle Kinder in die Krippe gehen, aber später aufgrund der Trennung in den Schulen (Hauptschule, Realschule, Gymnasium) wieder selektiert werden. Das Schulsystem muss meiner Meinung nach reformiert werden, das halte ich für wesentlich sinnvoller, als darüber zu diskutieren, ob Kinder in die Krippe gehören oder nicht.
    Viele Grüße von dicojoja
    Geändert von dicojoja (25.08.2009 um 21:46 Uhr)

  9. #19
    Avatar von ponymaedchen
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    Standard Mama gut - Kita schlecht: so einfach ist es nicht.

    Allen, die sich so vehement gegen Krippen und für die absolute Mutter-Kind-Symbiose aussprechen, würde ich gern mal ein Tonband (ok, heute: mp3) aufnehmen und vorspielen. Die Kleine (15 Monate) in der Krippe abgeben: Weinen, das sehr bald aufhört, wenn ich aus dem Gruppenzimmer raus bin. Die Kleine im Kinderzimmer lassen, um nur mal kurz die Wäsche im Keller anzuwerfen, dem Postboten die Tür zu öffnen etc: Gellendes Geschrei, das erst wieder aufhört, wenn ich zurück bin. Selbst wenn sie gerade minutenlang ganz selbstverloren gespielt hat.

    (Dritte Tonspur: Papa gibt das Kind im Kindergarten ab: kein Weinen. Aber das will ich mal außen vor lassen.)

    Ganz offensichtlich fühlt sich das Kind allein unwohl (natürlich!) - bei den Erzieherinnen jedoch geborgen. Dort ist es auch nie allein! Krippengegner blenden einfach aus, dass die Mutter zuhause ihr Kleinkind eben nicht pausenlos betreuen kann.

    Also bitte kein Schwarz-Weiß-Denken. Man sollte auf jeden Fall sehr genau darauf achten, ob die Gruppensituation und die Bedürfnisse des Kindes zusammenpassen. In eine Gruppe, die nach dem offiziellen Betreuungsschlüssel (hier in Thüringen 1:7 für unter 2jährige) und damit viel zu knapp betreut wird, hätte ich meine Kinder nie gesteckt.

  10. #20

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    Rotes Gesicht Die andere Seite

    Ich habe gerade interessiert alle Beiträge gelesen und muss sagen eine Seite fehlt noch völlig-die der Mütter die keine andere Wahl haben!
    Ich bin von Anbeginn der dritten Schwangerschaft Alleinerziehend und der Vater hat noch nie einen cent gezahlt.Ich musste also arbeiten gehen-egal was ich mir gewünscht hätte.
    Am Anfang als ich noch mit dem Vater zusammenlebte habe ich abends und am Wochenende gearbeitet-auch als die Kinder noch Babys waren, und er hat sie betreut, da er als Handwerker ziemlich verlässliche Arbeitszeiten hatte klappte das toll, und ich war froh auch mal was anderes als Windeln und Babybrei zu sehen.
    Dann war ich schwanger und stand mit zwei Kleinkindern allein da-ohne Geld.
    Ich hatte wirklich Glück im Unglück und habe bei einer Familie als Kindermädchen und Haushälterin anfangen können und meine Kinder waren dabei.So hatte ich 6 Kinder, drei im Kindergarten und drei Säuglinge und ein grosses Haus-und nachmittags zu Haus noch meinen eigenen Haushalt-aber ich konnte Geld verdienen und trotzdem bei den Kindern sein.
    Als meine jüngste drei wurde habe ich einen Job in einer Bäckerei bekommen, allerdings war es da egal ob ich Kinder hatte-ich musste auch Schichten bis 20 Uhr übernehmen-meine 6 und 7 Jahre alten Grossen haben also die kleine aus dem Kindergarten geholt und sie ins Bett gebracht-Erziehung fand praktisch übers Telefon statt-ich muss sagen meine Kinder haben das erstaunlich gut gemeistert-aber jedem ist wohl klar, das sowas keine Ideallösung ist.Hätte ich einen Babysitter engagiert wären wir verhungert-die nehmen ja fast den gleichen Stundenlohn den ich verdiene!
    Als ich mit meiner Tochter ins Krankenhaus musste wurde mir gekündigt!
    Jetzt arbeite ich bei einer bekannten Fastfoodkette-meine Kinder sind 9,12 und 13 und so selbstständig das ich alle Schichten übernehmen kann-meine Chefin achtet trotzdem drauf das ich unter der Woche seltenst nach 18 Uhr, oft sogar um 15 Uhr nach Hause komme, so kann ich nach den Hausaufgaben sehen und Abendessen kochen.
    Andere Mütter bei uns haben feste Schichten die sich genau mit ihrer Kinderbetreuungszeit vereinbaren lassen.Bei uns funktioniert das Familienfreundlichkeitssystem-ich musste aber 9 verschiedene Firmen durchlaufen bis ich diese eine gefunden habe.

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