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Thema: Gymnasium? Oder nicht?

  1. #1

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    Frage Gymnasium? Oder nicht?

    Unser Sohn geht in die 4. Klasse und jetzt steht die Entscheidung an ob er aufs Gymnasium soll, oder die Realschule (Notendurchschnitt 2,00).
    Wir sind inzwischen total verunsichert, da er wahrscheinlich der einzige Junge in seiner Klasse ist, der aufs Gymnasium will. Viele Eltern meinen, dass das Gymnasium durch die G8-Klassen zu anstrengend für die Kinder ist und die Kids keine Freizeit mehr haben, weil sie unheimlich viel lernen müssen. Unser Sohn kommt bisher sehr gut in der Schule mit, ist aber sehr lernfaul (musste bis jetzt auch noch für nichts lernen) und hat eine leichte Form von ADS.
    Ich hoffe auf viele Antworten und gute Ratschläge da wir inzwischen wie bereits erwähnt total verunsichert wurden. Die Klassenlehrerin meinte, er hat das "Zeug" zum Gymnasium, aber da er nicht gerne lernt, kann es auch nach hinten los gehen.

  2. #2

    Standard Gymnasium G8

    Unser Sohn ist in der 7. Klasse auf dem Gymnasium und hat auch G8. Er hat schon viel zu lernen. Auch am Wochenende oder in den Ferien muss schon mal gelernt werden. Ich habe den Vergleich, der Sohn meiner Schwester ist auch in der 7. Klasse Gymnasium, allerdings noch G9, es sind einige Lerninhalte, die er noch nicht hat. Außerdem hat unser Sohn durch G8 ja schon in der 6. Klasse die 2. Fremdsprache. Den Unterschied merkt man schon, ob man für 1 oder 2 Fremdsprachen Vokabeln lernen muss. Allerdings macht unser Sohn sehr gut mit. Er muss sich zwar viel erarbeiten, lernt aber auch von sich aus viel, bzw. wir müssen ihn nur mal dran "erinnern", dann geht er schon ohne zu murren. Ich weiß von einigen Klassenkameraden, bei denen dies nicht so ist. Da müssen die Eltern erst schon viel reden, bis die Kinder mal anfangen zu lernen. Unser Sohn kommt bisher ganz gut mit in der Schule. Trotz der vielen Lernerei bleibt aber auch noch Zeit für Hobbys. Unser Sohn spielt ein Instrument und außerdem noch Fussball und es bleibt auch noch Zeit zum Verabreden. Als Fazit: Es ist viel zu Lernen, wenig Freizeit, aber man hat schon auch noch Zeit für Hobbys oder Verabredungen. Allerdings nichts für "Faule Socken", die nicht lernen wollen - diese müssen sich sicher umstellen.

  3. #3

    Standard Später nach "oben" wechseln ist schwierig

    Hallo...meine tochter ist nun 10. klasse (der erste G8-jahrgang in niedersachsen); sie hat wirklich wenig freizeit -was aber daran liegt, dass die ersten 2 jahre eher planlos unterrichtet wurde und das ganze nun irgendwie aufgeholt werden muß.....

    sicher wird auch dein sohn n menge arbeit reinstecken müssen, aber er sollte es doch versuchen!
    stell dir nur vor: er langweilt sich auf der realschule, weil´s zu leicht für ihn ist und er wechselt dann wegen unterforderung später zum gymi, dann wird er´s doppelt schwer haben...in der klasse meiner tochter waren 2, deren empfehlungen nicht eindeutig waren; die eltern entschieden sich für die realschule. dort waren beide top-fast überall einser; also wechselte die eine nach einem jahr, die andere nach 2 jahren, dann doch auf´s gymnasium. beide hatten grosse schwierigkeiten den fehlenden stoff aufzuholen und sie hatten beide grosse probleme mit dem selbstständigen arbeiten (referate erarbeiten u.ä.). die beiden hatten in ihrem jeweils erstem jahr wirklich überhaupt keinerlei freizeit, weil sie besonders in englisch und französisch so viel nachholen mußten.

    andersrum habe ich auch erlebt, dass ein freund meiner tochter nach 2 jahren vom gymi zur realschule gewechselt hat; der mußte sich lediglich an neue klassenkameraden und lehrer gewöhnen.....(und an die guten noten, die er auf einmal hatte :-)

    ich denke "runtergehen" kann man immer ganz leicht.....aber "rauf" ??? das wird wahrscheinlich schwer.... -nur meine meinung-

  4. #4

    Standard Lieber in die Realschule

    Hallo luckykerstin,
    ich finde, es ist der größte Fehler, sich vom Druck, nur als Gymnasiast etwas zu "gelten", leiten zu lassen. Man muss die Schulwahl doch den Bedürfnissen des Kindes anpassen. Das Abi kann nach der Realschule noch nachgeholt werden. Außerdem muss man ja in der Realschule schon auch lernen, und ich denke, das reicht deinem Sohn erst mal. Kinder verändern sich ja auch ständig, und wer weiß, vielleicht wird aus deinem Sohn ja doch noch ein "Viellerner". Ich finde den Weg so herum besser als vom Gymnasium zurück zur Realschule zu wechseln, das ist doch auch unangenehm fürs Kind. Ich bin zwar noch nicht betroffen, aber meine Älteste geht jetzt in die 3. Klasse und ist sehr gut in der Schule. Nur lernt sie eben auch nicht gern, nicht mal für Klassenarbeiten. Bisher kommt sie gut durch damit, aber ein Gymi-Kind ist sie meiner Meinung nach dann nicht. Ich würde lieber mit der Realschule beginnen als mich unnötig unter Stress zu setzen, da leidet das Familienleben doch auch. Es ist doch viel besser, wenn dein Sohn einen leichteren Anfang in der weiterführenden Schule hat!

  5. #5

    Standard @yeti777

    nur zur info: bei g8 ist´s so, dass realschüler, die nach der 10. klasse auf´s gymi gehen, die 10. klasse wiederholen müssen-zumindest in unserer region!

    so einfach mal eben weiter zur schule gehen wie früher geht leider nicht mehr!

    habe mal eine frage????
    wenn ihr eure kinder mit notendurchschnitt 2,0 lieber auf die realschule schicken wollt, wo würdet ihr sie dann mit 3,0 hinschicken?? hauptschule und 4,0 dann sonderschule????

    fragt mal eltern von gymi-kinder, die werden euch wahrscheinlich fast alle erzählen, dass ihre kinder in den ersten schuljahren nie gelernt haben, weil sie es nicht mußten

    schade, dass es nicht genug gesamtschulen gibt, dann müßten sich eltern (und kinder) nicht schon so früh so einen streß machen.........

  6. #6

    Standard Bleibe bei meinem Standpunkt

    Liebe(r) immmi96,
    mit Notendurchschnitt 3,0 würde ich mein Kind wahrscheinlich ebenfalls in die Realschule schicken. Ich finde, man orientiert sich zu sehr (muss aber wahrscheinlich so sein) an den Noten, die auf dem Papier stehen. Man muss jedoch auch auf die Bedürfnisse der Kinder eingehen. Ich selbst hatte in der 4. Klasse einen Notendurchschnitt von 1,2 und wollte gar nicht aufs Gymnasium. Das konnte damals mein Umfeld genausowenig verstehen, aber im Nachhinein muss ich sagen, ich habe es keine Sekunde bereut, "nur" die Mittlere Reife gemacht zu haben! Mir hat die Schule immer Spaß gemacht, und ich hatte viel Freizeit, da die Schule am Wohnort war. Gymnasium gibt es bei uns erst in der nächsten Stadt und somit bleibt viel Zeit auf der Strecke. Mein Mann besuchte sogar "nur" die Hauptschule, machte die Mittlere Reife nach und schließlich das Abitur. Dann studierte er, jetzt ist er ein sehr gut bezahlter Ingenieur. Er war einfach ein Spätzünder in Sachen Lernen. Warum akzeptieren wir Eltern denn einfach nicht, dass sich die Kinder und auch ihr Lernverhalten mit der Zeit verändern? Als ich mit der Realschule fertig war, bewarb ich mich um eine von drei zu besetzenden Lehrstellen als Industriekauffrau in einem mittelständischen Unternehmen. 200 Bewerber wollten eine der Stellen haben, und ich war eine jener, die ans Ziel kamen. Diese Situationen in meiner Familie tragen dazu bei, dass ich einfach nicht so ehrgeizig bin, um meine Kinder quasi mit aller Gewalt aufs Gymnasium schicken zu wollen. Gut, die Zeiten haben sich geändert, aber im Prinzip sind die Bildungswege gleich geblieben. Ich finde es sehr schade und für die Kinder nicht unbedingt von Vorteil, dass sich heute alle nur noch aufs Gymnasium konzentrieren.

  7. #7

    Standard Firmen fördern den Druck auf Eltern

    Es sind nicht immer ehrgeizige Eltern, die die Kinder auf dem Gymnasium haben wollen, sondern leider die auszubildenden Betriebe. Mein Mann und ich haben auch den zweiten Bildungsweg genutzt und Abitur nachgeholt, um zu studieren. Vorher haben wir einen Facharbeiterberuf gelernt. Aber heute bekommt man viele Ausbildungsplätze für einen Facharbeiterberuf (!) nur noch mit Abitur, bei denen früher ein Realschulabschluss vollkommen ausreichte und meiner Meinung nach ausreichen sollte. Mit einem Hauptschulabschluss wird es noch schwieriger.
    Wenn der Notendurchschnitt 2,0 ist und der Junge auch auf's Gymnasium möchte, sollte er auch gehen. Allerdings muss er begreifen, dass dann Lernen an erster Stelle steht. Die Söhne (zweieiige Zwillinge) einer Freundin von mir wollten unbedingt auf ein Sportgymnasium. Die Eltern haben sehr eindringlich mit ihnen gesprochen, wie wenig Freizeit sie dann haben werden und dass sie viel lernen müssen, um Sport und Schule gleichzeitig hinzubekommen. Sie sagten, sie schaffen das und sie möchten unbedingt dorthin. Jetzt haben sie diesen "Stress" und sie packen es wirklich.
    Also, wenn er wirklich dorthin möchte und nicht nur, weil alle dorthin gehen, sondern er sogar der einzige Junge seiner Klasse ist, würde ich ihm die Chance nicht verbauen.

  8. #8

    Standard An dicojoja und luckykerstin

    Hallo dicojoja,
    da hast du leider völlig Recht: Man bekommt heute mit demselben Schulabschluss wie früher vergleichsweisere schlechtere Ausbildungsplätze. Und ich finde, das muss sich wieder ändern. Andererseits klagen heute viele Ausbildungsbetriebe über den Mangel an geeigneten Bewerbern. Da stimmt doch was nicht. Das lässt natürlich den Druck wachsen, dass die Kinder wenn möglich das Gymnasium besuchen sollten.

    Und hallo luckykerstin,
    wenn dein Sohn natürlich unbedingt aus "freien Stücken" ins Gymnasium möchte und auch denkt, dass er das schafft, dann solltet ihr ihn natürlich nicht aufhalten. Wenn es dann doch nicht klappen sollte, hat er es wenigstens versucht.

  9. #9

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    Lächeln Gymnasium? Oder nicht?

    Vielen Dank für die vielen interessanten Antworten,
    ich denke jeder hat seine eigene Meinung, aber sind wir doch mal ehrlich, ohne einen gehobenen Schulabschluß (Realschule oder Abitur) bleiben im Moment nicht viele Alternativen zu "freien Berufswahl". Selbst als z.B. Handwerker oder Facharbeiter möchten die Firmen inzwischen Schüler mit Mittlerer Reife einstellen.
    Jetzt zu meiner Frage: Gymnasium, oder nicht?
    Wir hatten letzte Woche ein Gespräch mit der Lehrerin, die uns sagte, daß unser Kind auf einer Realschule nichts verloren hat.
    Die Lehrerin hat nämlich den Eindruck er wäre im Moment noch unterfordert und würde deshalb viel Quatsch machen und auch nicht lernen, weil vieles für ihn zu einfach ist.
    Wir tendieren jetzt zum Gymnasium und werden uns auch im März 2 oder 3 Gymnasien anschauen und dann entscheiden welches. Die Gymnasien liegen wie übrigens auch die Realschule mind. 20 km von unserem Wohnort entfernt. Ich finde, man sollte die Entfernung nicht in die Überlegung einbeziehen.

  10. #10

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    Standard

    Mein Sohn macht nächstes Jahr (hoffentlich) eine guten Realschulabschluß. Von den Noten her hätte er auch auf's Gymnasium gehen können, aber nachdem er nicht so von selbst den Lerndrang hatte und auch nicht unbedingt auf's Gymnasium wollte, haben wir beide die Realschule als guten Mittelweg angesehen. Im nächsten Jahr will er eine Berufsausbildung anstreben, da er im Moment von der Schule genug hat. Aber es wäre genauso die Möglichkeit, auf die Fachoberschule zu gehen und dann nicht nur die fachgebundene, sondern auch die allgemeine Hochschulreife mit anschließendem auch allgemeinen Studium anzustreben. Genauso könne er nach der Berufsausbildung auch noch weiter auf die Schule gehen. Heutzutage stehen auch Spätzündern noch alle Möglichkeiten offen, bei manchen dauert es eben etwas länger, bis sie wissen, was sie wirklich wollen. Der direkte Weg ist nicht immer der Beste, es kann manchmal auch nicht schaden, eine kleinen Umweg zu gehen. Bevor ich meinem Kind schon den Übertritt auf's Gymnasium nur mit Nachhilfe ermögliche, überlege ich mir doch den für alle etwas entspannteren Weg.

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