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Thema: Hausgeburt Pro oder Contra

  1. #21
    Avatar von fraubianca
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    Standard @ Schildi

    Jetzt muss ich schon mal dumm fragen - schaut ihr euch die Krankenhäuser vorher nicht an??? Informiert ihr euch nicht, wie so eine Entbindung/Geburt abläuft??? Wusstet ihr nicht, ob ein Arzt, eine Hebamme da ist, wieviele Mütter in einem Zimmer sind, usw. usw.???
    Klar haben sich die Bekannten und Freunde von mir die Krankenhäuser vorher angeschaut - Eines davon hat hier in HB sogar einen äußerst guten Ruf, was Geburtshilfe anbelangt und die Frauen haben sich alle auf Ihre Kinder gefreut, wollten nur das Beste und waren beileibe nicht blauäugig!
    In allen Fällen ist vielleicht zu sagen:"Shit happens!".
    Aber ich wollte es nicht unbedingt darauf ankommen lassen, daß "spontan" und aus Platzmangel ein anderes Zimmer nach der Geburt für mich reserviert wird, oder aber, daß die Beleghebamme gerade in einem Notfall verwickelt ist. Vielleicht aber auch, daß just zum ausschlaggebenden Zeitpunkt gerade 4 Frauen vor der Tür stehen, die alle gebären möchten und das Krankenhaus personell unterbesetzt ist!?!
    Klingt verrückt, aber genau solche Verquickungen von Umständen waren es, die diese Frauen das schöne Erlebnis der Geburt und /oder der Zeit danach verdorben habe. Und das sind keine Einzelfälle!

  2. #22
    Avatar von ponymaedchen
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    Standard

    Oh, HB! Da ist mein erstes Kind geschlüpft. In einer Klinik an der Weser, die ich wie gesagt nicht dolle fand. Ist aber schon 7 Jahre her.

  3. #23

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    Standard Ich bin das sachlich angegangen

    Ich habe Anfang Januar entbunden und bin das Ganze eher sachlich angegangen. Mein Wohlbefinden war mir da eigentlich egal.
    Ich wollte:
    1. auf jeden Fall ein Krankenhaus.
    Mehr als die Hälfte aller Frauen um die 40 erhalten beispielsweise mittlerweile einen Kaiserschnitt, davon die wenigsten einen geplanten.
    2. eine angeschlossene Kinderklinik (da blieben schon nur noch zwei Kliniken in der Nähe übrig). Ja, auch die anderen Kliniken arbeiten mit Kinderkliniken zusammen, aber was ist, wenn im Winter ein Verkehrschaos ausbricht?

    Im Nachhinein hat sich das als das Richtige herausgestellt. Ich bekam einen Notkaiserschnitt und mein Baby kam erst mal auf die Neo.

    Wobei ich auch sagen muss, auf meine zweite Zimmergenossin hätte ich verzichten können, die erste war klasse.
    Der ständige Wechsel an Hebammen (meine Geburt wurde 46 Stunden lang eingeleitet) war auch nicht so toll. Das aber nur nebenbei.


    Ich hatte eine etwas jüngere Nachsorgehebamme und für die Rückbildungsgymnastik eine ältere.
    Gerade bei der jüngeren würde ich nie eine Hausgeburt durchführen lassen wollen. Ihr schreibt ja selber, dass Hausgeburten mittlerweile sehr selten sind.
    Woher sollen die Hebammen heutzutage die Erfahrung haben? Im Prinzip machen doch die Frauenärzte heutzutage standardmäßig die ganzen Untersuchungen vor und nach der Geburt.

    Meine ältere Hebamme hatte die Erfahrung, aber selbst dann wäre mir das Risiko zu hoch gewesen.

    Bei uns in der Gegend schließt übrigens ein Krankenhaus seine Geburtsabteilung, obwohl sie erst vor ein paar Jahren neu eingerichtet wurde. Der Grund ist wohl, dass das Krankenhaus keine Kinderklinik besitzt und daher dort kaum mehr Frauen gebären wollen.

  4. #24
    Avatar von lausigel
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    Standard Muss jede selbst wissen

    Hallo zusammen,

    ein interessantes Thema, bei dem frau sich schnell die Köpfe heiß diskutiert!

    Erstmal: Ich verurteile niemanden, nur weil er sich für eine Entbindung im Krankenhaus oder zu Hause entschieden hat.

    Ich bin überzeugt, dass ist Typsache. Ich habe meine Tochter (3) ambulant entbunden und würde es jederzeit wieder so machen. Ich hätte mir eine Hausgeburt gewünscht und mein Mann war dagegen, zudem gibt es bei uns in der Gegend keine Hebammen, die das durchführen, leider auch keine Beleg-Hebis.

    Ich denke, wenn dann sollten schon beide, also die Frau UND die Begleitperson, dahinter stehen, aber dem Wort der Frau sollte etwas mehr Gewicht in dieser Frage zugebilligt werden. SIE muss das Kind letztendlich bekommen, SIE muss sich fallen lassen und entspannen können und Vertrauen fassen.

    Viele können das in der relativ hohen Sicherheit einer Klinikgeburt, ich war eigentlich gar nicht der Typ dafür. Ich mag es nicht, mich alle paar Stunden in so einem intimen Moment auf neues Personal einstellen zu müssen, gesagt bekommen, was ich wann zu tun habe usw.

    Ich habe meine Entbindung einerseits als sehr übergriffig empfunden, weil die Hebamme alles bestimmte, auch gegen meine ausdrückliche Intervention. Ich muss dabei sagen, dass es sich NICHT um lebensbedrohliche Dinge handelte, eher um die Frage, ob ich einen Ball bekommen darf (zum Kreisen) oder nicht, ob ich nicht auf dem Hocker entbinden kann (nein, auf dem Bett) usw. Ich habe mich sehr fremdbestimmt und ausgeliefert gefühlt, von der Wohlfühlatmosphäre, freien Wahlmöglichkeiten usw. aus Prospekt und Infoabend, wo wir uns für diese Klinik entschieden hatten, war nichts zu spüren. Vielleicht noch eins: Wir waren die einzigen im Kreißsaal. Ich hätte für einiges noch mehr Verständnis gehabt, wenn wahnsinnig viel los gewesen wäre, das war aber gar nicht der Fall. Jedenfalls, meine Tochter kam normal und gesund zur Welt und nach vier Stunden sind wir drei wieder nach Hause.

    Im Nachhinein war mein Mann sehr überzeugt von diesem Kompromiss: Die Sicherheit der Klinik, aber das Wochenbett gleich daheim. Keine Bettnachbarin, die mit ihren Besuchen nervt, niemand, der dem Kind zu füttert (wird so oft gemacht, obwohl sie behaupten, sie täten es nicht, kein 4-Stunden-Rhythmus beim Stillen, kein Neugeborenes, das von seiner Mama getrennt die erste Nacht im Kinderzimmer verbringen muss "damit Sie sich ausruhen können" usw.). Wenn ich wollte, ist mein Mann nachts um halb fünf aufgestanden und hat mir ein Nutellabrötchen geschmiert. Verlangt das mal im Krankenhaus. Ich bin überzeugt, meine Tochter schlief deswegen so schnell durch, weil sie nie von uns getrennt war und ihren eigenen Rhythmus entwicklen konnte. Geweckt habe ich sie nie. Stillen - keine Probleme. Sogar die liebe Verwandtschaft ist zurückhaltender mit Besuchen, als es im Krankenhaus der Fall gewesen wäre, diese Erfahrung habe ich gemacht.


    @fraubianaca: Wenn du dich in einer Klinik nicht so wohlfühlst, was ich nachvollziehen kann (ich hasse Krankenhäuser, schon Besuche dort fallen mir nicht leicht, der Geruch, die kranken Menschen, all das macht mich depressiv), solltest du dieses Gefühl ernst auf jeden Fall ernst nehmen! Ich finde es prima, dass du entgegen vieler Widerstände und Vorurteile in deinem Umfeld schon einmal eine selbstbestimmte (Haus-)Geburt durchgesetzt hast!

    Um dir Tipps geben zu können, wäre es hilfreich zu wissen, WARUM dein Partner diesmal gegen eine Hausgeburt ist. Sind es "Sicherheitsbedenken"? Ist es, ganz pragmatisch, die "Sauerei" zu Hause oder etwas anderes? Evtl. wäre ein Geburtshaus für euch eine Alternative, sozusagen als Kompromiss. Dort geht es familiärer zu und ihr kennt die Hebammen alle schon vor der Geburt, meist arbeiten die Geburtshäuser auch mit niedergelassenen GynäkologInnen zusammen. Die Atmosphäre ist nicht mit dem Krankenhaus zu vergleichen. Man muss sich aber rechtzeitig melden, meist bis spätestens 25. SSW, damit die im Geburtshaus ein bisschen planen können.

    Viel Erfolg und alles Gute und vor allem eine Entscheidung, mit der ihr alle gut leben könnt!

  5. #25

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    Hallo, wenn du schon eine Hausgeburt gemacht hast, weißt du sicher besser als alle anderen, wie das für dich ist. Warum ist denn dein Mann dagegen? Bei mir selbst kam eine Hausgeburt aufgrund der Wohnumstände nicht in Frage (am Tag der Geburt sind wir grade umgezogen, war echt toll). Ich kenne einige, die eine Hausgeburt gemacht haben und bei allen lief alles bestens. Vorher gibt es ja eh 100 Untersuchungen, bei denen festgestellt wird, ob es Komplikationen geben könnte. Wichtig ist meiner Ansicht nach, dass nach der Geburt anfangs außer deinem Mann noch jemand da ist, der dich und das große Kind versorgen kann, wie deine Mutter oder Geschwister. Aber wie gesagt, eigentlich weißt du das ja selbst besser als ich und hast ja auch das passende Umfeld.

  6. #26

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    Ich verfolge diese Diskussion schon einige Zeit mit Interesse und muss mich jetzt doch mal beteiligen.

    Beim ersten Kind haben wir die Besichtigungstouren durch die verschiedenen Krankenhäuser mitgemacht. Nachdem keines von ihnen durch etwas Besonderes hervorgestochen ist, haben wir uns für das nächstgelegene entschieden. Auch wenn es keine Neugeborenen-Intensivstation hat.

    Nach 32 problemlosen SSW ging das Fruchtwasser ab. Zum Glück hatten wir es nicht weit zum Krankenhaus: Notkaiserschnitt. Wie bei der Besichtigungstour besprochen, kam noch während der OP-Vorbereitungen (die sehr, sehr zügig durchgeführt wurden) der von einem anderen Krankenhaus herbeigerufene Neugeborenen-Notarzt. Das Kind wurde sofort intensiv-medizinisch betreut. Es musste keinen strapaziösen Transport durchstehen. Das Partner-Krankenhaus stellte einen Konsiliardienst zur Verfügung, der unser Kind die erste Zeit ständig, später - wenn es nötig war - betreute.

    Dem Krankenhauspersonal spreche ich noch heute meinen großen Dank aus: sowohl unser Kind als auch ich erhielten eine vorbildliche und aufmerksame Pflege. Wann immer es möglich war, wurde ich von den anderen "glücklichen, normalen" Müttern abgeschirmt. Die aufmerksamen Schwestern wussten, wie sehr es mich belastete, deren Glück zu sehen. Während diese ihre ausgereiften Kinder immer sehen und anfassen konnten, Besucher es halten konnten usw., konnte ich nur mit fremder Hilfe zum Inkubator kommen. Dort lag ein Baby, dass ich bzw. mein Mann nur mit fremder Hilfe berühren und zeitweise herausholen konnte. Alle Schwestern bemühten sich so sehr um uns, dass es schließlich sogar mit dem Stillen geklappt hat. Für das anfängliche "Zufüttern" wurde explizit um meine Zustimmung gefragt.

    Auch mit der Nachsorgehebamme, die bei Frühgeburten Kind und Mutter sehr lange zu Hause betreut, war ich sehr zufrieden. Sie hat mir viele Tipps gegeben. Auch Tipps, die mir manchmal sehr schwer fielen sie anzuwenden.

    Laut Gesetz hätte mir für einige Wochen eine Haushaltshilfe zugestanden. Doch in den großen Ferien sind solche absolute Mangelware. Nach meinem Anruf bei der Krankenkasse bekam ich eine zweiseitige Liste mit Adressen und Telefonnummern von Haushaltshelferinnen und Organisationen zugeschickt. Die sollte ich abtelefonieren. Das ist ein Erlebnis für sich: Versucht mal im August in Bayern spontan eine Haushaltshilfe zu bekommen! Antworten: "Jetzt sind gerade Ferien. (Ach wirklich!?!?!?) Anfang September kommen zwei Damen aus dem Urlaub zurück." "Da hätten Sie uns doch schon Anfang Juli anrufen müssen." "Wir hätten gerade einen 15jährigen hier, der einen Ferienjob sucht." oder gleich nur der AB. Ist vielleicht für jemanden eine Marktlücke zur Existenzgründung Ich habe es dann - mit viel Unterstützung durch meinen Mann - auch so geschafft. Zum Glück war es das erste Kind.

    Das zweite Kind kam ebenso früh, doch wenigstens auf natürlichem Weg (allerdings mit Einleitung) zur Welt. Im selben Krankenhaus. Wir hatten ja schon gute Erfahrungen gemacht. Nummer zwei war jedoch - trotz geringer Größe und Gewicht - topfit. Es verbrachte - wieder mit Konsiliardienst - zwei Tage im Inkubator, bis auch der Arzt eingesehen hat, dass es überflüssig war. Und da wir anscheinend grundsätzlich unbelehrbar sind: Wieder eine Geburt in den großen Ferien. Und wieder haben wir es ohne Haushaltshilfe geschafft.

    Was ich eigentlich sagen wollte: Wenn du dir eine Hausgeburt wünschst, und ja auch schon Erfahrung damit hast, dann mache es doch. Hör nur auf deine innere Stimme. Wenn du Hilfe brauchst, wirst du sie bekommen. Ihr lebt ja wohl nicht Stunden vom nächsten Krankenhaus entfernt. Warum immer vom Schlimmsten ausgehen?

  7. #27

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    Daumen hoch

    Hallo fraubianca,

    Ich bewundere deinen Mut für eine Hausgeburt schon beim ersten Kind...
    Wenn du damit gute Erfahrungen gemacht hast, gibt es doch keinen Grund der diesmal dagegen sprechen würde.

    Ich selbst habe meine beiden "großen" im (gleichen) Krankenhaus bekommen, das ich mir vorher angeschaut und für mich als passend befunden hatte. Dennoch habe ich beide Male ganz unterschiedliche Erfahrungen gemacht.

    Beim ersten Kind ging die Geburt ziemlich schnell und mir war die "Deko" so was von egal (es war auch nicht die volle Neonbeleuchtung an), die beiden Hebammen waren supernett, ich konnte mein Kind wie gewollt auf dem Geburtshocker entbinden und die Ärztin war informiert und hat am Ende nur mal vorbeigeschaut, ob alles i.O. ist. Leider war damals der Kreißsaal noch nicht im gleichen Haus wie die Station, so dass ich nicht mitten in der Nacht auf Station ziehen durfte/konnte und man mir wohl auch eine nächtliche Fahrt über das Krankenhausgelände mit einem Neugeborenen ersparen wollte (Ende Oktober!). So weit so gut. Was mich wirklich gestört hat, war die (zwar nette) junge Mutti in meinem Zimmer und ihr scheinbar nicht endender Besucherstrom. Es gab keine Tabuzeiten wie Mittagsruhe oder so, alle Besucher kamen wie sie wollten. Das hat mich echt genervt. Festgestellt hab ich den Unterschied erst als ich mit der Kleinen zu Hause war. Sogar auf den Fotos sieht man, dass wir beide entspannter sind als auf den Krankenhausfotos!

    Also wollte ich beim zweiten Kind ins Geburtshaus.
    Beim Infoabend hat sich meine damals inzwischen 4jährige Tochter an einem dort stehenden großen Kaktus den Finger blutig gestochen... heul Peinlich war, dass sich dort kein einziges Pflaster auftreiben ließ um die "große" Wunde psychologisch zu versorgen.
    Da haben wir uns auf Krankenhaus aber ambulant geeinigt: komplette medizinische Versorgung, aber Ruhe zu Hause danach.
    Das hat leider auch nicht geklappt, da mein Mann drei Tage vor der Entbindung an einer neuen Arbeitsstelle angefangen hatte und nicht mal eben mit Urlaub beginnen konnte. Also doch wieder stationär (mit Baby und Geschwisterkind und Haushalt zu Hause war mir die ersten Tage nach der Geburt alleine zuviel), der neue Kreißsaal und die neue Station waren ja inzwischen fertig. Mit meiner Zimmerteilerin hatte ich diesmal Glück, aber die Hebamme bei der Geburt war echt blöd. Aufgrund eines Wetterumschwungs hatten wohl mehrere Babys die gleiche Idee wie meines, dazu kam noch die nächtliche Einlieferung einer Schwangeren mit Blutungen im 6.Monat, so dass diese Hebamme andauernd unter der Geburt wegrannte mit den Worten,"wenn wieder eine Presswehe kommt, schreien Sie bitte" ... na toll

    Jetzt bin ich wieder schwanger und werde definitiv diesmal ambulant entbinden. Meine Kollegin hat mir von dem Geburtshaus (ein anderes diesmal) vorgeschwärmt, in dem sie ihr Kind bekommen hat. Das habe ich mir angeschaut und finde es eine Prima Atmosphäre im Gegensatz zum Krankenhaus. Da wird der Schwangeren mehr zugetraut und man muss nichts unabgesprochen mal schnell über sich ergehen lassen. Bis es so weit ist, habe ich mir eine der dort arbeitenden Hebammen "auserkoren" die meine Geburt und die Nachsorge begleiten wird. Sollte Geburtshaus evtl. aus medizin. Gründen am Ende nicht möglich sein, arbeiten sie auch als Beleghebammen mit versch. Krankenhäusern zusammen, so dass ich "meine" Hebamme dann trotzdem mitnehmen kann.

    Da wir in einer Wohnung im Mietshaus wohnen, wäre eine Hausgeburt schreitechnisch eher peinlich (für mich), von der "Sauerei" mit Blut und Nachgeburt mal abgesehen. Aber das ist meine persönliche Empfindung.
    Wie hier schon jemand sagte: du musst das Kind zur Welt bringen und dich dabei wohl fühlen. Da solltest du dir nichts aufschwatzen lassen. Vielleicht kann jeder von euch beiden eine Pro und Contra Liste Hausgeburt erstellen und mit dem anderen dann besprechen. Vielleicht gibt es ja eine Alternative zu Haus- und Krankenhausgeburt die euch beiden gefällt. z. B. ein Geburtshaus.
    So weit ich weiß ist es in anderen europäischen Ländern wie z.B. Holland unüblich Kinder im Krankenhaus zu bekommen (da gehen eben die Kranken hin) da sind Geburtshäuser die Regel.

    Ich wünsch dir viel Erfolg bei eurer Wahl.

    Alles Liebe
    treelo2k

  8. #28

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    Standard Pro Hausgeburt

    Hallo fraubianca,

    zu Beginn meiner Schwangerschaft konnte ich mir gar nicht vorstellen mein Kind zu hause zu bekommen. Da war für mich ganz klar du gehst in´s Krankenhaus...
    Mit immer fortschreitender schwangerschaft bekamm ich da aber meine Zweifel. Hab dann in meinem Bekanntenkreis mich um gehört und keiner konnte mir ein richtig positives Geburtserlebnis schildern. Das war für mich sehr unbefriedigend. Habe dann verschiedene Bücher + Internett gelesen( Die selbstbestimmte Geburt, Mama totto- wie Naturfölker ihre Kinder zu Welt bringen) und die Idee einer Hausgeburt reifte immer weiter heran.
    Ok hab ich gedach dann nimm doch mal kontakt mit einer Hebamme auf die auch Hausgeburten begleitet. Gesagt , getan.
    Mein Mann war von der Idee überhaupt nicht angetan. Wenn dir was passiert und du hilfe brauchst ist keine dar. Es hat ziemlich lange gedauert + ein paar Gespräche bis er eingesehen hat das mein Bauch mir sagte das es zu hause für uns beide( Mutter + Kind) besser ist. Ich wuste ganz genau das ich mich in einem Krankenhaus nicht so gut enspannen kann wie zu hause. Und wenn die Entsannung nicht gegeben ist, das war mir auch klar, dann wird das eine lange anstrengende Geburt.
    Meine Geburt zu Hause hat ca 3 1/2 Std gedauert und die Schmerzen waren gut aushaltbar, auch ohne Schmerzmittel. Alles im allen würde ich es wieder machen. Das wichtigste ist aber, das mann auf seinen Bauch hört. Das Bauchgefühl hat meistens recht.... Also hör auf dein Bauch und bitte deinen Mann dich in deiner Entscheidung zu Unterstützen, dann kann garnichts schief gehen.

  9. #29

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    3

    Standard

    Hallöchen!

    Ich finde auch, Du solltest auf Deinen Bauch hören.
    Für mich war eine Hausgeburt zwar nie ein Thema (Mietwohnung mit mehreren Parteien), aber wenn alles paßt.
    Beim ersten hab ich viel gelesen -Geburtshaus, Klinik, oder oder oder.
    Da ich aber irgendwie am Umziehen war und gar nicht wußte, wo ich genau lande, hab ich das vor mir hergeschoben.
    Bei uns in der Nähe gibt es eine Klinik, die ganz toll sein soll. Naja, da mein Mann viel unterwegs war und ist, war der Gedanke dann eher: was mache ich, wenn es los geht und er nicht da ist? Bis jemand hier ist und mich fahren kann, oder ich ein Taxi brauche, dann können wir eh nicht mehr so weit weg.
    Und dann bin ich tatsächlich hier in die Klinik um die Ecke -Kreißsaal-Führung war schon rum, und für die nächste war das Kind zu schnell- und es war alles ganz wunderbar. Ich weiß nicht, irgendwie hab ich nichts anderes erwartet. Die Schwangerschaft war wie aus dem Lehrbuch, also wird die Geburt das auch.... naja, das Drumrum hat auch gepaßt. Es wurde auch nur einmal das Personal getauscht.
    Das zweite Mal bin ich wieder in dieselbe Klinik. Mein Mann war unterwegs, der Opa hat mich gefahren und dann auf den Großen aufgepaßt.
    Diesmal hab ich mich dann für ambulant entschieden. Ich hätte einfach keine Ruhe gehabt, da ja der Papa nicht da war.
    Beruhigend war auch, daß die Kinderklinik gleich dabei ist, falls was sein sollte.

    Aber ich denke, da gibt es nicht wirklich ein richtig oder falsch. Jeder muß sich für das entscheiden, was für ihn (sie) richtig ist.

    Und vor allem: wenn man gleich von vornherein die Betreuung von der Hebamme durchführen läßt, ist man auch gleich viel ruhiger. Ich finde es sehr schade, daß es doch noch Orte gibt -wie bei uns hier- in denen die Frauenärzte nicht mit Hebammen zusammen arbeiten wollen. Die verweigern einem dann glatt die Untersuchung.

  10. #30

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    Lächeln

    Mein erstes Kind kam in der Klinik zur Welt. Es gab da vorher keine Überlegung, ob das der richtige Ort ist. Krankenhäuser und ich passen aber eigentlich nicht zusammen, deshalb wäre es sicher besser gewesen, ich hätte damals schon über Alternativen nachgedacht.
    Als wir kamen, waren alle Kreissäle belegt, sowie auch alle Wöchnerinnenzimmer. Ich kam also erstmal in eines der Gyn. Dort hat sich keiner um mich gekümmert, erst als ich meinen Mann geschickt hab, zu fragen, ob wir endlich in den Kreissaal können.
    Nach den ganzen Standarts (Urin, Blut, Zugang, CTG, Einlauf...) durfte ich endlich in die Wanne. Dort im warmen Wasser hab ich mich superwohl gefühlt. Die Hebammen kamen nur, wenn das CTG verrutscht war, mit blöden Kommentaren wie "Da müssen sie halt besser aufpassen". Irgendwann wollte ich wissen, wie weit wir sind, da meinte die Hebamme nur "Sie sind Erstgebärende, da geht das nicht so schnell." Dann hat sie doch geschaut und wir waren bei 6cm, was ja doch schon die Hälfte ist. Ich wollte gerne in der Wanne entbinden, aber nach zwei Stunden musste ich raus: Vorschrift!
    Obwohl ich vorher Medikamente abgelehnt hatte, bekam ich ne Spritze.
    Letzten Endes wurde ich entbunden, mit Zange, auf dem Rücken liegend im Bett. Der Arzt hat mich geschnitten (gegen meinen Willen, aber bei Zange ist das Vorschrift) und dabei ein Blutgefäß erwischt. Also kam ich hinterher in Narkose, um den enormen Schnitt und das Blutgefäß zu flicken.
    im Nachhinein (durch Anfordern des Geburtsberichtes) weiß ich, dass es gar keinen grund für die zange gab. Die wollten wohl einfach nur fertig werden. Mir und dem baby ging es super, Blutdruck, Herztöne, Temperatur, alles im Normalbereich. der Arzt hat als Grund für die zange angegeben: Verengung in beckenmitte und -ausgang, verzögerte Austreibungsphase (ich hatte lediglich 15 min Presswehen, bei denen ich zweimal gemerkt hab, wie das baby gerutscht ist. es war wohl eher die Rückenlage auf dem bett, die alles verhindert hat).
    Wieder auf Station lag ich ja im Gyn-Zimmer, also ohne Bidet und musste über den halben Gang bis zum großen bad. Einen tag später bin ich in ein Wöchnerinnenzimmer verlegt worden. Meine Bettnachbarin hatte den ganzen Tag den Fernseher an und nahezu pausenlos Besuch.
    Dank dem hohen Blutverlust und dem daraus resultierenden niedrigen Eisenwert durfte ich auch ewig nicht nach Hause. Meine Tochter hat im krankenhaus kaum bei mir getrunken, das ging dann erst zu Hause besser.

    Nach der ersten geburt stand für mich fest, dass KH nicht wieder in Frage kommt.
    Beim zweiten kind war ich im Geburtshaus. Mein mann war erst skeptisch, aber die Hebammen da waren so nett und haben uns alle Fragen beantwortet. obwohl das Geburtshaus 30km entfernt liegt, wusste ich sofort, dass das der richtige Ort ist.
    die zweite Geburt war ganz anders als die erste. Nur ein kurzes 20min-CTG, sonst nix von den Routinesachen des KH. Schon die Geburtsvorbereitung mit den Hebammen war angenehm, entspannend. Ich hab mich da ernst genommen gefühlt.
    Bei der Geburt waren zwei Hebammen und eine Hebammenschülerin kurz vor der Prüfung anwesend. Nur für uns. Ich konnte selbst entscheiden, was ich will. Wanne war zwischenzeitlich sehr angenehm, aber letzten endes kam unser Sohn in einer seltsamen Hockstellung vorm Bett zur Welt. Die Hebamme hat ein wenig mit geschoben.
    Mein Sohn hatte 2cm mehr Kopfumfang als meine Tochter damals, und doch war keine Zange und nix nötig.
    ich bin zwar etwas ungünstig gerissen, aber nur oberflächlich. Das größte problem war eigentlich nur das zertrennte Blutgefäß von der ersten geburt, das wieder aufgerissen ist. Aber die Hebamme hat das ganz super hin bekommen, unter örtlicher Betäubung.

    Nach der Geburt hatte ich eine ganz engmaschige Betruung durch meine hebamme, die ich schon beim ersten Kind hatte. Die Große hat die Zeit bei den Omas genossen, die regelmäßig vorbei gekommen sind und auch den Haushalt weitestgehend geschmissen haben.

    Falls ich ein drittes Baby bekomme (da sind mein Mann und ich nämlich noch unterschiedlicher Ansicht) gehe ich wieder ins Geburtshaus.
    Hausgeburt kam für mich nicht in Frage, zu hellhörige Nachbarn trotz Eigenheim... ich hätte mich vermutlich nicht richtig entspannen können.

    Letzten Endes muss jede Frau für sich den passenden Ort finden. Viele Frauen brauchen die Sicherheit des Krankenhauses, mit aller Technik und Spezialisten, für mich ist das eher negativ. Für mich war das Geburtshaus der perfekte Ort. und für manche Frauen ist das das eigene Zuhause. Ich wünsche allen Frauen jede Unterstützung, die sie brauchen, egal, wo sie entbinden.


    (Die Tippfehler sind zu verschenken, wer welche braucht kann sie sich nehmen )

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