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Thema: Ein-Kind-Familie

  1. #1
    Avatar von lausigel
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    Standard Ein-Kind-Familie

    Ich wollte mal fragen, ob es hier noch weitere Ein-Kind-Familien gibt?

    Früher, kurz nachdem meine Tochter geboren war, wollte ich immer weitere Kinder und konnte die Zeit gar nicht abwarten, bis sie älter würde, um "es" noch einmal zu probieren und zu erleben.

    Das Ganze hat sich irgendwie schleichend geändert. Ich bin in der letzten Phase meiner Universitätsausbildung und möchte/muss danach Vollzeit arbeiten, weil ich dann zehn Jahre aus der Arbeitswelt raus bin und wieder mal ein paar Sozialversicherungsbeiträge zahlen möchte/muss und nicht immer nur jobben.

    Die Lernerei ist anstrengend, aber mittlerweile bin ich ganz begeistert vom wissenschaftlichen Arbeiten und ich könnte mir gut vorstellen, noch in die eine oder andere Richtung zu forschen, vielleicht sogar, zu promovieren...

    Um mich herum waren in den letzten zwei Jahren viele Mamas zum 2. Mal schwanger. Ich sah ihre geschwollenen Füße, ihre Erschöpfung, ihre Augenringe, ihre Hautausschläge. Ich erlebte ihre Übelkeit mit und ihre Angst vor der zweiten Geburt. Diesmal hatten sie nicht die Möglichkeit, sich auszuruhen, wenn ihnen danach war, jetzt gab es noch ein Kind, dass Aufmerksamkeit verlangte. Ich hörte sie wieder, die Horrorgeschichten von Entbindungen und Babys, die schwer an Neurodermitis litten, oder mittlerweile durch eine Magensonde ernährt werden müssen, weil sie ewig nichts zunahmen und auch sonst in der Entwicklung zurück sind. Ich schaue auf mein Kind und bin von großer Dankbarkeit erfüllt, dass es so ist wie es ist, dass es gesund zur Welt kam und bis heute gesund und unversehrt blieb. Und ich hoffe inständig, dass es weiter so sein wird.

    Jetzt sehe ich diese Mütter einen gewaltigen Spagat hinlegen, zwischen Kindererziehung, Partnerschaft, Zeit für sich und zum Teil schon wieder Wiedereinstieg in den Beruf. Man sieht und hört sich seltener, zum Telefonieren sind sie abends verständlicherweise zu erschöpft und wenn man sie mal trifft, hört man Stress auf allen Ebenen heraus: Stress mit der Zeit und der Organisation. Stress mit den Kindern. Stress mit dem Partner. Stress auf der Arbeit.

    Ich kann nur staunen und offen bewundern, wie sie es schaffen, jeden Tag aufs Neue ihre Kräfte zu mobilisieren. Ich ertappe mich bei dem Gedanken, was ich an ihrer Stelle tun würde: Durchdrehen. Ich bewundere ihre neugeborenen Babys, die kleinen Finger und Hände, kann gar nicht glauben, dass meine Tochter auch mal so klein war und gebe sie trotzdem gerne wieder an ihre Mütter zurück mit dem Gedanken "Zum Glück holst du mich nicht aus dem Schlaf, zum Glück habe ich das alles endlich/schon hinter mich gebracht..."

    Offen gestanden bin ich momentan sehr glücklich mit nur einem Kind und vermisse nichts. Für mich passt es so und es fühlt sich richtig an. Meine Tochter ist vor kurzem vier geworden und seit sie zwei ist, häufen sich die Fragen von außen nach einem Geschwisterchen. Sie selber hätte wohl auch gerne eins, weil sie es, wie ich bereits schrieb, im Bekanntenkreis jetzt mehrmals mitbekommen hat. Der Gedanke, jetzt wieder von ganz vorn anzufangen, ist mir ein Greuel und das Grauen wird größer, je älter sie wird.

    Um ehrlich zu sein, stören mich diese ständigen Nachfragen sehr. Es scheint gesellschaftlich nicht akzeptiert zu sein, "nur" ein Kind zu haben. Man wird angeschaut als sei man "Familie light" - mit einem "Alibi-Kind", um nicht gerade kinderlos dazustehen. Familie , das ist man für viele erst mit mehr als einem Kind. Dabei gibt es für viele Ein-Kind-Familien die unterschiedlichsten Gründe, zu dritt zu bleiben.

    Finanzielle bzw. räumliche Gründe (zuwenig Platz oder das Geld reicht nicht), berufliches Fortkommen, das erste Kind ist recht anstrengend und man hat das Gefühl, dass man/frau keine Nerven und keine Kraft mehr für ein zweites hätte, ein traumatisch empfundenes Geburtserlebnis, vielleicht hat es auch einfach nicht mehr geklappt bzw. man ist sowieso schon in einem fortgeschrittenen Alter, mehr Zeit für sich und/oder seine(n) Partner(in) oder eben einfach, dass man keines mehr will, ohne besonderen Grund. Gerade dies scheint gesellschaftlich besonders verpönt zu sein. Immer wieder lese ich, die deutsche Frau hat statistisch gesehen 1,3 Kinder. Natürlich steckt auch hinter dieser Nachricht der erhobene Zeigefinger. Es reicht nicht, einmal Mutter geworden zu sein, ich erfülle statistisch gesehen noch nicht einmal den Wert hinter dem Komma. Mit 0,3 kann ich nicht dienen, ich habe "nur" 1,0.

    Noch schlimmer: Die eine zukünftige Rentenzahlerin, die ich dem Staat mit meinem erfüllten Kinderwunsch schenke, gerät auch unter das Vorurteil, egoistisch und egozentrisch zu sein. Das "verwöhnte Einzelkind" ist mindestens so ein gesellschaftliches Schreckgespenst wie die grundsätzlich verdorbene und gewaltbereite Jugend oder die Zunahme dicker Menschen. Ein Einzelkind, das scheint etwas ganz Schlimmes zu sein, wenn man manchen Leuten zuhört. Ein Schicksal, vor dem man sein Kind unter allen Umständen bewahren muss und zu bewahren hat, auch wenn man vielleicht selbst dabei drauf geht. Schließlich hat es nie Teilen unter Geschwistern gelernt. Genau aus dem Grund muss es später Kompromisse machen, wenn es Freunde will. Weil es nicht auf einen Bestand an gleichaltrigen Geschwistern zurückgreifen kann. Und geteilt wird nicht nur in der Familie, sondern auch im Kindergarten oder auf dem Spielplatz.

    Oft erlebe ich auch, dass mir eine gewisse Erfahrung in der Kindererziehung abgesprochen wird, weil ich "nur eins" habe und daher nicht mitreden kann.
    Oder bei bestimmten Dingen, die ich mit meiner Tochter zusammen mache, wird drohend gesagt: "Warte nur, wenn du irgendwann ein zweites hast, dann machst/kannst du das nicht mehr...!"

    Ich genieße die Zeit mit meiner Tochter sehr, vor allem, da sie jetzt in ein Alter kommt, wo sie mehr versteht und man wahnsinnig viel machen kann. Sie ist das Beste, was mir je passiert ist und ich genieße es, exklusiv für sie da zu sein und sie auch etwas verwöhnen zu können.

    Mag sein, dass ich sie um die Chance bringe, mit Geschwistern aufzuwachsen. Mir ist auch etwas bange bei dem Gedanken, dass sie allein auf sich gestellt ist, wenn mein Mann und ich einmal nicht mehr sind.

    Ich finde es schön (und auch mutig und natürlich legitim), wenn jemand sich für weitere Kinder entscheidet, ich möchte aber nicht in diesem Mainstream mithineingezogen und schief angesehen werden, nur weil ich mich für ein Familienmodell entschieden habe, dass besser zu mir passt und meine Zeit, Kraft, Nerven und Ressourcen schont.

    Wie sehen das denn die anderen Ein-Kind-Eltern? Fühlt ihr euch auch manchmal schief angeguckt? Kennt ihr auch diesen Rechtfertigungszwang? Habt ihr auch das Gefühl, dass es sich einfach "passend" anfühlt, wenn ihr zu dritt als Familie was unternimmt, wohl wissend, dass ihr ein Einzelkind heranzieht, dass sich nie mit seinen Geschwistern gegen die Eltern verschwören kann? Wurde euch auch schon gedroht, dass ihr ein "verwöhntes Einzelkind" heranziehen werdet, ihr würdet schon sehen...?
    Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: Die Blumen, die Sterne und die Kinder. (Dante).

  2. #2

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    Hallo,
    wir haben auch nur eines, versuchen uns zwar noch an einem zweiten, aber ob das bei meinem Alter noch funktioniert?
    Früher war es immer so: Entweder, wir mussten uns rechtfertigen, keine Kinder zu haben, oder aber, wir wurden bestätigt darin (von ebenfalls kinderlosen Paaren).
    Von denen mit Kindern bekamen wir oft zu hören, dass alles viel schwieriger sei, wenn man Kinder hätte.

    Als ich dann schwanger war, kamen andere Kommentare: negativ (von den immer noch kinderlosen Paaren), gemäß dem Motto, wie man sich das antun könne. Von denen mit Kindern, dass wir schon sehen würden, wie groß die Umstellung sei, man könne ja als Frau mit Kind eigentlich nicht arbeiten usw.
    Letztere waren sehr verblüfft, dass ich nach acht Wochen wieder gearbeitet habe, wenn auch in Teilzeit (hätte sich aber anders vom Elterngeld her auch nicht rentiert).
    Es ist alles eine Frage der Organisation.

    Bis jetzt kam noch kein Kommentar, wie Du ihn erlebt hast. Wenn er käme, würde ich süffisant sagen, dass die Prognosen bzgl. Mütterdasein und Berufstätigkeit ja auch nicht zutrafen. Da wir beide Einzelkinder sind, wäre wohl ein Kommentar zum Einzelkinderdasein auch nicht angebracht.

    Einmal hat jemand gesagt: Ich habe schließlich schon drei Kinder großgezogen und nichts ist passiert (wollte das Kind noch nicht mit 4 Monaten aufrecht hinsitzen lassen). Da habe ich dann kurz angebunden gesagt, dass das statistisch nicht relevant ist.

    Ich sehe das so: Wenn jemand feststellt, dass etwas bei einem nicht klappt, bei anderen aber schon, sucht man immer nach Gründen, für die der andere keine Gegenargumente hat (mehr Erfahrung, höheres Alter usw.). Manchmal habe ich auch das Gefühl, manche Nur-Hausfrauen suchen Argumente für ihr Dasein. Da vermittelt vermutlich die Gesellschaft auch ein paar Komplexe.
    Vielleicht spielt ja bei Dir auch Neid eine Rolle, weil Du es beruflich noch mal angepackt hast? So nach dem Motto, mit zwei Kindern wäre das nicht möglich gewesen?

    Irgendwie habe ich jetzt nicht genau auf Deine Mail geantwortet, aber naja...

  3. #3
    Avatar von lausigel
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    Das ist schon ok, Schafgarbe, jede/r ist eingeladen, seine Gedanken aufzuschreiben.

    Mir ging vorhin durch den Kopf, dass das gesellschaftliche Ideal wohl die Zwei-Kind-Familie ist. Ich kenne einige, für die damit (auch von ihnen wortwörtlich gesagt!) "ihr Soll erfüllt ist".

    Denn nicht nur wir Ein-Kind-Familien werden schief angeguckt, ich könnte mir vorstellen, dass auch Familien mit mehr als zwei Kindern an mancher Stelle Kommentare hören müssen, ob es bei der Wohnungssuche oder woanders ist. Ganz, ganz schlimm und absolut verurteilenswert finde ich die Aussage, man gelte "ab drei Kindern in Deutschland als asozial". Furchtbar, das! Asozial ist nur diese Auffassung und sonst gar nichts.

    Jeder soll soviele Kinder haben, wie er möchte. Eine Tante von mir hatte vier Kinder und musste sich aus medizinischen Gründen (ständige Probleme) die Gebärmutter entfernen lassen. Sie hat ganz schlimm geweint deswegen. Kommentar des Arztes: "Sie haben doch schon vier Kinder, wieviele wollen Sie denn noch?" Dass sie sich noch ein fünftes gewünscht hätte und traurig war, dass sie dieses Kind nie zur Welt bringen würde können, zählte nicht.
    Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: Die Blumen, die Sterne und die Kinder. (Dante).

  4. #4

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    Ich habe ja neulich gelesen, dass es in den "besseren" amerikanischen Familien mittlerweile gängig ist, viele Kinder zu haben.
    In meinem Bekanntenkreis gibt es doch auch einige Leute, die drei Kinder haben. Wenn ich Kollegen anschaue, die so 50-60 sind, habe ich das Gefühl, in der Altersgruppe ist der Trend zu drei Kindern weniger ausgeprägt. Vielleicht setzt hier auch unter Akademikern ein Umdenken ein? Oder bin ich mal wieder nicht statistisch relevant?

  5. #5
    Avatar von ponymaedchen
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    Standard Die alte Neiddebatte...

    Ich hab diese Erwartung der perfekten Familie = Zwei-Kind-Familie auch schon öfters gespürt und mich immer wieder darüber gewundert. Warum wollen so viele Leute besser wissen als wir selbst, wie man leben sollte. Mir fallen da nur drei mögliche Begründungen ein:
    1. die Leute reden gedankenlos drauf los, nur um mal was gesagt zu haben
    2. sie sind neidisch oder wollen Frust abreagieren, weil sie - wie wir alle - einfach nicht alles haben können: viele Kinder, einen tollen Job und viel Zeit für sich selbst bzw den Partner bzw Freunde
    3. sie wollen ihre eigene Lebensweise als die beste Lösung rechtfertigen.

    2 und 3 find ich "tpyisch deutsch"!
    Aber jetzt mal ganz ehrlich: irgendwie sind wir Frauen besonders anfällig, auf "so sollte es sein"-Sprüche anzuspringen. Ich glaub an Männern perlt das viel mehr ab. Da sollten wir uns eine Scheibe abschneiden.

    Zur viel bejammerten Grätsche zwischen Job und Kindern sowie zu Augenringen etc. hab ich allerdings eine andere Meinung. Die paar Jahre lang ertrag ich das alles gern. Bei einer statistischen Lebenserwartung von mehr als 70 Jahren hoffe ich, dass ich später wieder mehr Zeit für Freunde, Kultur, Beruf habe
    Geändert von ponymaedchen (03.11.2010 um 09:38 Uhr)

  6. #6

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    Standard Mädchen oder Junge!!!

    Ich habe das Gefühl, dass gerade Mamas von Jungs sich unbedingt noch ein Kind wünschen um vielleicht doch noch ein Mädchen zu bekommen. Erst war man mit 1 Kind zufrieden, dann doch noch ein zweites und als das wieder ein Junge war hat man über ein drittes nachgedacht (oder/und dann auch bekommen ...). Diese Aussagen/Erfahrungen kenne ich auch aus unserem Bekanntenkreis.

    Ich kenne aber auch mind. 2 Familien, bei denen es unbedingt ein drittes Kind sein musste und meiner Ansicht nach bringen sie jetzt gar nichts mehr auf die Reihe. Die eine Mama nimmt Beruhigungsmittel und bekommt Unterstützung vom Jugendamt, weil sie einfach überfordert ist. Die Kinder sind inzwischen auffällig. Bei der anderen werden die Kinder nur noch abgeschoben oder sitzen vor dem Fernseher. Familie? Hmmm ...

    Das soll jetzt natürlich nicht bedeuten, dass es bei allen so ist, die mehr als 1 Kind haben, aber dieses vorher/nachher hat MICH dann überzeugt - ich bin mit 2 Kindern vollauf zufrieden.

    Ich denke der Wunsch nach einem weiteren Kind ist bei Frauen einfach hormonell bedingt. Ich hatte auch eine zeitlang noch den Wunsch nach einem Nachzügler, zum Glück war mein Mann nicht ganz so willig wie ich ;-))) Diese Phase ist jetzt vorbei und ich bin SO FROH, dass ich kein weiteres Kleines mehr habe. Meine beiden sind jetzt soooo schön selbstständig und ich kann hin und wieder auch mal wieder an mich denken und mich auch mal wieder meinen Hobbys widmen. Meine Kinder sind auch heute mit 7 und 10 noch sooo anhänglich, dass ich manchmal das Gefühl habe einen Magneten verschluckt zu haben. Und jetzt mir vorzustellen ich hätte noch mal so ein Klammeräffchen - ist bestimmt schön aber ICH brauch für mich auch wieder mal Luft - oder wie du so schön gesagt hast lausigel - gerne mal ausleihen, aber nachts aufstehen oder die Trotzphasen durchleben - das sollen lieber die anderen machen :-)))

    Allerdings glaube ich auch da - die Hormone machen blind.
    Insofern ist es doch super, wenn du wirklich realistisch denkst und dich nicht blind machen lässt oder dir was einreden lässt. Wenn dir deine Arbeit jetzt Spass macht - dann mach deine Arbeit und geniesse die freie Zeit mit deinem Kind. Arg fände ich es, wenn du nebenbei dann noch 3 Kinder betreuen müsstest, aber dann für keines mehr so richtig Zeit hättest - dann kommt vielleicht sogar noch das schlechte Gewissen dazu und der Kreislauf geht los ... und DA wieder rauszukommen - hm - geht eigentlich nicht oder nur seeeehr schwer.

    Mich persönlich nervt es übrigends schon, wenn dann die Mehrfachmamas ihre Kinder für alles als Ausrede vorschieben, weil sie ja SO gestresst sind und ach und überhaupt, usw. usw. - na ja, wenn man schon 2 Kinder hat, dann weiss man doch was auf einen zukommt, oder??? Und man weiss doch auch mit 2, dass es anstrengend ist noch einen Beruf zu haben? Warum dann immer diese Mitleidstour - man hat es doch selber so gewollt, oder???

    Ich bewunder Mehrfachmamas die die Ruhe in Person sind und alles auf die Reihe bekommen - ich kann es nicht und bin glücklich und zufrieden mit dem was ich habe. Ich habe aber auch ein Pärchen - ist vielleicht das entscheidende - ich weiss es nicht.

    Übrigends haben meine beiden besten Freundinnen jeweils nur 1 Kind. Die eine ein Mädchen, die andere einen Jungen. Interessanterweise hat auch die mit dem Jungen mal gesagt sie hätte schon noch gerne ein Mädchen. Sie haben aber noch nie das zu hören bekommen was du erzählt hast lausigel. Also von wegen man könne mit 1 Kind nicht mitreden usw. Aber halt einfach durch und mach das was du für richtig hältst. Nur so bist du eine glückliche Mama und hast eine glückliche Familie. Ich habe hier eine Familie in der Nachbarschaft, die jetzt zwar ihre 3 Kinder haben, aber ihr möchtet gar nicht wissen, wie es da zugeht. Und nicht weil wir lauschen oder gegenseitig lästern, sondern weil wir es oft genug hören - hören müssen weil so laut geschrien und geschimpft wird. Da stellt man sich dann schon die Frage was das bessere Modell ist ...

    Einen Nachteil haben Einzelkinder aber schon: ich bin selber auch eines und als meine Mama mal schwer krank war hatte ich schon das Gefühl, dass sehr viel an mir hängt. Natürlich möchte man der Mama den Aufenthalt im Krankenhaus mit Besuchen verschönern und auch dem Papa zuhause helfen. Und DA habe ich Geschwister schon sehr vermisst. Ich weiss auch dass ich mir als Kind immer ein Geschwisterchen gewünscht habe und meine Eltern sogar zu einer Adoption überreden wollte :-))) Andererseits habe ich auch schon genügend Erbschaftsstreitigkeiten und Entzweiungen von Geschwistern mitbekommen.
    Also kann man da auch weder einen Vorteil noch einen Nachteil bestätigen ...

    Also, jeder muss DASS machen, mit dem er zufrieden ist - egal ob 1 oder 8 Kinder. Und mitreden kann jeder, weil jeder SEINE EIGENEN Erfahrungen gemacht hat und eh kein Kind dem anderen gleicht. Und das wichtigste ist doch dass man eine ruhige, zufriedene Mama/Familie ist und nicht wieviel Kinder man hat. Und was ich noch gelernt habe die letzten Jahre - als MAMA ist man der Fels in der Brandung - wenn es DIR nicht gut geht dann leidet die ganze Familie darunter. DU bist der Ruhepol und DU bist der Manager - deswegen ist es wichtig, dass es DIR gut geht - und nicht was die anderen meinen. Das muss dir völlig egal sein. Schwer aber wichtig.

  7. #7

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    Standard

    Hallo lausigel!

    Seltsam, was einem alles für Leute über den Weg laufen, nicht? Wie kommen die denn darauf, euch wegen eures Einzelkindes in dieser Art anzureden?
    Ich kann dir, von der anderen Seite des Familienspektrums kommend (ich ziehe 4 Kinder auf), nur raten, so zu leben, wie es dir bzw. euch passt, und auf negative Rückmeldungen nichts zu geben.

    Ich möchte dich auf einen interessanten Punkt aufmerksam machen: Oft meinen Leute das, was sie sagen eigentlich anders oder die ZuhörerInnen verstehen es anders als gemeint.
    Ein Beispiel: Ich unterhalte mich einmal mit einer alten Freundin und erzähle ihr, wie uns das Sparpaket des Staates als Mehrkindfamilie besonders getroffen hat, und das mitten im Abzahlen und Renovieren unseres kleinen, alten Häuschens. Ihre Reaktion hat mich verblüfft: Sie hat sich über meine Nicht-Akzeptanz von kinderlosen Paaren (sie war kinderlos) beschwert. Wir haben etwas Zeit gebraucht, um drauf zu kommen, dass sie die Leistungen des Staates für Kinder ungerecht empfunden hat (sie konnte ja nicht daran teilhaben), deshalb war für sie eine Kürzung ok. Meine Frau und ich dagegen hatten unsere Ausgaben an den aktuellen finanziellen Rahmen angepasst und hatten es natürlich nicht leicht, die Raten für das Darlehen, die notwendigsten Renovierungen und die laufenden Ausgaben an die geschrumpften Möglichkeiten anzupassen. Wenn ein einziges Einkommen für eine Familie ausreichen muss, muss genauer gerechnet werden.
    Das ist nur ein kleines Beispiel von vielen möglichen. Etwas fällt mir auch auf: Wir sprechen recht gerne über Themen, die uns belasten. Was nicht belastet, ist meistens auch kein Thema. Wenn dann Eltern über den fehlenden Schlaf oder die fehlende Flexibilität klagen, kann da viel dahinter stecken, oft ist es nur einfaches "Jammern" (das ja auch wichtig für die Psychohygiene ist, bitte nicht vergessen!), das hilft, Druck abzubauen.

    liebe Grüsse!
    georg

  8. #8
    Avatar von ponymaedchen
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    Standard Souveränität - und Lebensphasen ausgestalten

    Tja, manchmal macht uns alle der Alltag ganz verbissen. Dann schielt man unsicher nach links und rechts oder hackt gar unreflektiert (oder unbewußt) auf anderen rum. Wir sollten immer mal wieder Souveränität gewinnen und über den Erwartungen der Außenwelt stehen. Und wir sollten doch tief dankbar sein, dass es vielen Frauen/Familien heute vergönnt ist, einigermaßen selbst zu bestimmen, wie sie leben wollen.

    In diesem Sinne, lausigel: ja, es ist bestimmt eine wunderbare Lebensform: ein spannender Job und ein entspannter, seltenst überfordernder Familienalltag! Hätte ich mehrere Leben, würde ich das zumindest einmal auch ausprobieren wollen.
    Die Sorge mit dem Alleinestehen im Alter finde ich allerdings auch sehr berechtigt. Aber es ist eben nur eines von den vielen Argumenten, die du aufgezählt hast.

    Ich hab übrigens Hoffnung, dass es unseren Töchtern mal einfacher fallen wird, Familie und Beruf in erfüllter Weise zu erleben. Habt ihr die neuesten Zahlen zur Lebenserwartung gehört? Mädchen, die jetzt geboren werden, haben eine durchschnittliche Lebenserwartung von 82,5 Jahren! Und die Experten erwarten gar, dass die Lebenserwartung weiter stark zunehmen wird. Zusammen mit dem sich abzeichnenden Fachkräftemangel in Deutschland (durch die demografische Entwicklung - immer weniger junge Leute) gibt das den Frauen hoffentlich die Chance, verschiedene Lebensabschnitte bewußt auszugestalten: eine gute Ausbildung und erste Berufsjahre, vernünftige Babypausen für alle und dann die Rückkehr in die immer noch lange "zweite" Berufsphase.
    Geändert von ponymaedchen (12.11.2010 um 08:08 Uhr)

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