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Thema: Schlimmes erlebt? Wie Eltern ihren Kinder helfen können

  1. #1
    Avatar von azariel
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    Bad Rodach
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    30

    Standard Schlimmes erlebt? Wie Eltern ihren Kinder helfen können

    Schlimmes erlebt? Wie Eltern ihren Kinder helfen können


    Ein Unfall, ein Einbruch, Bedrohung, Gewalt – dies kann die Seele von Menschen verletzen und diese Wunde braucht ebenso Zeit zum Heilen wie eine körperliche. In Alpträumen, Ängsten, Verhaltensauffälligkeiten zeigen Kinder ihren Seelenschmerz. Vier bis sechs Wochen kann es dauern, bis sie das Erlebte verarbeitet haben und damit umgehen können. Eltern können ihnen dabei helfen.


    >> Teilen Sie anderen Eltern Ihre Erfahrungen mit!


  2. #2
    Avatar von mich@el
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    Standard Damit die Angst nicht bleibt!

    Ich bin auch der Meinung, wie es in dem Artikel steht. Über Erlebnisse solcher Art sollte mit den Kindern geredet werden. Es ist glaube ich, in jedem Fall das Beste, das Erlebte aufzuarbeiten um späteren psychischen Belastungen vorzubeugen.
    Ich selbst habe schon einen Einbruch miterlebt. Das Ganze spielte sich damals in unserem Kroatienurlaub ab. Gleich in der ersten Nacht brachen zwei Männer über den Balkon in unser Hotelzimmer ein. Zu dieser Zeit war ich selbst 10 Jahre alt, meine beiden Brüder 7 Jahre und 5 Monate. Mein jüngster Bruder hat das Geschehen noch nicht so richtig wahrnehmen können, da er zu jung war. Der zu dieser Zeit 7-jährige bekam alles aber schon mit.
    Er reagierte sehr verwirrt und wusste nicht wie er mit der Situation umgehen sollte. An dem darauf folgenden Tag kaufte er sich an einem Verkaufsstand eine Wasserpistole. Er fühlte sich mit dieser Spritzpistole sicherer und wollte sich damit schützen.
    Unsere Eltern erklärten uns die gesamte Situation noch am selben Tag, damit wir verstehen warum so etwas passiert. Einen weiteren Tag später wechselten wir das Hotel um uns wieder sicher zu fühlen.
    An der Reaktion meines Bruders erkennt man, dass sich die Kinder selbst schützen wollen, die Situation allerdings nicht richtig einschätzen können. Deshalb sollten die Eltern sich damit beschäftigen, warum sich ihre Kinder so verhalten um ein solches Erlebnis mit ihnen aufzuarbeiten.

  3. #3

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    330

    Standard Ich kann da nur im Kleinen mitreden, aber ...

    Ich kann da leider nur im Kleinen mitreden, habe aber gerade in den letzten 3 Wochen die Erfahrung gemacht, dass es wichtig ist mit den Kindern zu reden - und zwar immer immer wieder, wenn sie darüber reden wollen.

    Wir hatten ja das Thema, dass unser kleines Häschen gestorben ist. Für Kinder eine Katastrophe. Ich wollte auch erst beide davor bewahren und den Abschied mit dem Tierarzt zusammen machen. Jeder hat mir davon abgearten und wir haben das Häschen geholt und zuhause begraben. Genauere Geschichte im Forum :-)) Auf jeden Fall habe ich gelernt, dass Kinder mehr verkraften als wir denken und dass es durchaus falsch sein kann Kinder vor dem Schmerz bewahren zu wollen indem man das Thema einfach verschweigt. Meine Kinder trauern immer noch und gerade die Kleine trauert diese Woche wieder ganz arg (wahrscheinlich, weil das neue Häschen jetzt da ist). Aber sie malt Bilder, sie redet darüber (immer immer wieder), denkt aber auch an die schönen Zeiten, macht sich Gedanken, wie es dem toten Häschen jetzt wohl gerade geht, usw.

    Andererseits beschäftigt sie es auch, dass in ihrer Klasse schon so kleine Mobbing-Szenen ablaufen (2. Klasse!!!!) - sie bekommt mit, wie ein Mädchen getriezt wird und diese Woche sogar den Turnbeutel ins Gesicht bekommen hat. Jetzt ist sie so entsetzt, dass sie am liebsten in eine andere Klasse möchte weil die 2-3 "Anführerinnen" das schon seit längerer Zeit so durchziehen und es immer schlimmer wird. Leider wie so oft - Jungs bestraft man sofort - kleine süße Mädels - mit denen kann man ja reden. Auf jeden Fall redet sie auch da gerade ganz ganz viel darüber und versteht eigentlich gar nichts - und durch das Gespräch versucht sie Verständnis zu bekommen, aber auch Hilfe, wie sie damit umgehen soll. Für sie ist es einfach schlimm mit anzusehen, wie das andere Mädchen immer trauriger wird und sie ihr nicht wirklich helfen kann. Ist für Kinder glaube ich auch eine ziemliche Tragödie.

    Also - keine Erfahrungen mit Einbrüchen, Unfällen, usw. - aber die Katastrophen beginnen denke ich im Kleinen - und aus unseren Katastrophen habe ich gelernt - die Kinder vertragen und verkraften mehr als wir denken und sie brauchen die eine oder andere Situation um damit fertig zu werden. Im nachhinein glaube ich z.B. dass es ein ganz großer Fehler gewesen wäre, hätten wir den Hasen ohne sie beerdigt und vor allem hätten wir ihn beerdigt ohne dass sie ihn vorher noch mal sieht oder berühren kann.

    Der Große ist übrigends der, der glaube ich erst mal den Schmerz verdrängt und ihn so stückchenweise nach vorne holt - und dann so Häppchenweise durch Gespräche oder Aktionen verarbeitet. Er hat z.B. mit seinem Freund eine Abschiedszeremonie für das Häschen vorbereitet und so noch einmal auf seine ganz persönliche Art und Weise Abschied genommen. Ganz im Stillen und in sich gekehrt - da muss die Stimmung passen (am liebsten mit Tee und Kerzenschein :-) und dann rückt er mit seinen Gefühlen auch raus.

  4. #4

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    Standard Jedes Kind verarbeitet ein schlimmes Erlebnis anders...

    Vor einem Jahr, am 22. Oktober 2009, wurde unsere kleinste Tochter, Nina, damals noch 7 Jahre alt, von einem Leonberger Hund im Gesicht gebissen. Das war während eines Kurzurlaubs bei Bekannten in der Schweiz. Wir wollten an dem Tag in den Zoo fahren, aber weil eins der beide Autos nicht angesprungen ist, waren wir Erwachsenen erst mal damit beschäftigt...Die Kinder standen bei dem "lieben" Nachbarhund und warteten...Der Hund hatte wohl in dem Sommer schon mal jemand gebissen, aber das wussten wir nicht und auch unseren Bekannten wussten davon nichts. Auf einmal hat er zugebissen: Nina hat ihn wohl zu tief in den Augen geschaut...und weil sie sich auf gleichen Augenhöhe befand, hat er in ihr Gesicht gebissen. Es ging alles so super schnell. Irgendwie dachte ich erst er hätte sie umgestupst weil sie auf dem Boden lag, aber da schrien die andere Beide schon: "Sie blutet!" Der Schock war bei den zwei Geschwistern am Tiefsten. Sie haben ja genau gesehen was passiert war und natürlich auch die entsetzlichen offenen Wunden im Gesicht gesehen. So verlief der Tag ganz anders als geplant. Statt in den Zoo, ging es per Krankenwagen in das Kinderspital nach Zürich, wo die Kleine dann notoperiert wurde! Sie selbst war unheimlich tapfer und hat noch Scherzen gemacht mit den Ärzten...Unsere große Tochter, Anna, ging es an dem Tag und an dem Tag danach aber sehr schlecht. Sie musste sich ständig übergeben. Weil sie schon 12 war, musste sie von der Polizei befragt werden, und das hat ihr dann auch nochmal sehr mitgenommen. Tom, unser Mittlerer, war in Panik und hat nur geweint.
    Nina und ich sind noch eine ganze Woche in der Klinik geblieben. Die OP war sehr gut verlaufen und auch die weitere Heilung verlief zum Glück ohne Komplikationen. Mein Mann ist mit den beiden anderen Kindern am nächsten Tag wieder wie geplant zurück geflogen nach Deutschland. Am Montag mussten die Beide ja wieder in die Schule gehen...Laut meinem Mann waren die Beide während der Zeit wohl unglaublich ruhig und besorgt gewesen. Am Anfang haben die Großen ihre kleine Schwester immer sehr beschützt und auch jetzt noch nehmen sie sie an die Hand wenn ein großer Hund kommt. Manchmal hat sie noch panische Angst vor großen Hunden, manchmal auch gar nicht. Sie wurde in der Klinik psychisch betreut, aber die Psychologin konnte da schon feststellen dass sie wahrscheinlich die ganze Sache sehr gut wegstecken würde. Ich denke es liegt sehr viel an ihrem offenen Charakter dass sie nicht darunter leidet. Auch die Narbe in ihrem Gesicht macht ihr wohl nichts aus. Die ist aber auch dank der super Leistung in der Klinik sehr gut verheilt. Wir hatten das riesen Glück dass sie in einer Spezialklinik für Brandverletzes Kinder operiert wurde, die also spezialisiert sind auf plastische Chirurgie bei Kinder...Am Anfang wollte die Nina gar nicht über den Unfall sprechen. Das muss man akzeptieren. Wo Erwachsenen vielleicht eher Gesprächbedarf haben um etwas Schlimmes zu verkraften, ist das bei Kindern oft das Gegenteil...Jedenfalls war das bei ihr so. Es kommt also sehr stark auf dem Charakter des Kindes an, wie sie eine schlimme Sache verarbeiten denke ich. Manches ist für Erwachsene vielleicht schlimmer als für das Kind selbst. Aber das kann man auch nicht pauschalisieren... Jeder Mensch ist halt anders!!
    Geändert von lisbeth (24.10.2010 um 16:56 Uhr)

  5. #5

    Standard

    Ich würde mir außerdem für die Kontaktaufnahme bei Anzeigen die Möglichkeit eines Zusatztextes wünschen - da könnte man beim Erstkontakt schon soo viel klären......!!!!!!!

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