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Thema: Aufräumen - warum so ungeliebt?

  1. #11

    Standard

    Hallo zusammen!

    Vielen Dank für eure hilfreichen Antworten! Ihr seid eine tolle Unterstützung für meine Arbeit!

    Die Antwort von Divastress hat bei mir eine neue Frage aufgeworfen; sie schreibt, sie meine, irgendwo gelesen zu haben, dass Kinder selbst im Alter von 7 oder 8 Jahren noch nicht völlig selbstständig ihr Zimmer aufräumen können.
    Deshalb meine Frage: Wann haben eure Kinder in etwa angefangen, allein und ohne elterliche Hilfe aufzuräumen? Wieviel Hilfe brauchten sie in welchem Alter?

    Vielleicht könnt ihr mir hier ja auch mit euren Erfahrungen weiterhelfen Ich würde mich sehr freuen!

    Schöne Grüße,
    Katrin

  2. #12

    Standard

    Zitat Zitat von ankesta Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen,

    wie aufgeräumt wird, hängt ja auch sehr vom Alter der Kinder ab, je jünger die Kinder sind, desto mehr Hilfe und Unterstützung wird benötigt ...
    Hallo ankesta!

    Gerade zu Anfang erledigen wohl mehr die Erwachsenen das Aufräumen als die Kinder. Dann beginnen die Kinde rmitzuhelfen, bis es schließlich die Eltern sind, die lediglich helfen, während das Kind den größten Teil bereits allein bewältigen kann. Besondes wichtig scheint es zu sein, den Kindern strategische Hilfestellungen zu geben und das Aufräumen logisch zu gestalten - wie Ponymädchen schon meinte - vom Groben zum Kleinteiligen.

    Zitat Zitat von ankesta Beitrag anzeigen
    Da ich auch eher zur chaotischen Sorte gehöre, lese ich auch immer mal was darüber. Wir versuchen gerade "Simplify Your life" (Küstenmacher, Seiwert).
    Vieles aus dem Buch ist bekannt, manche Dinge kann man gut umsetzen.
    Im Zimmer meiner Kinder war (und ist manchmal immer noch) oft Chaos ...

    • die Zimmer sind voll (ICH habe mich schwergetan, Dinge wegzugeben, die mal die Oma, Tante ... geschenkt hatten, damit ich niemanden verletze, obwohl die Dinge gar nicht gebraucht wurden / oder nicht gefallen (Kuscheltiere -an die Lieblinge kommt keines dran, die anderen liegen nur in der Truhe-, Modellautos -mein Sohn sammelt Hubschrauber-, Bücher und Spiele, welche nicht gefallen), dann wurden immer mehr Regale gekauft, um den Kram aufzuräumen, die Spielfläche wurde immer kleiner ...
    • Bei so viel Kram sind die Kinder schnell überfordert...also: Immer wieder entrümpeln (wer kennt sie nicht: die Einzelteile aus Ü-Eiern, Kleinigkeiten vom Zahnarzt, Ramsch, dessen Herkunft nicht mal bekannt ist, aber auch pädagogisch wertvolle Dinge, die nie benutzt werden), dabei klein anfangen, also eine Schublade, ein Regalboden oder ähnliches. (echter Müll, Weitergeben, Flohmarkt), dadurch wird Platz für die wichtigen Dinge
    • Schaut Euch mal die Dinge an, die immer aufgeräumt sind, weil sie nie benutzt werden ... im Prinzip können die auch weg ...
    • Jedes Ding hat seinen festen Platz
    • Gleiches zu gleichen (Zusammenfassen in kleinen Behältern - gerne durchsichtig)

    Das einfachste ist sicher das tägliche aufräumen, aber ...
    Habe mich gleich bei Amazon auf die Suche nach dem Buch "Simplify your life" gemacht. Klingt sehr interessant!
    Entrümpelung - gar nicht so einfach! Ich kenne einige Kinder, die sich gar nicht gern von Sachen trennen... Aber zuviel Spielzeug ist einfach nicht gut. Und wird vor allem auch nicht gebraucht, denke ich. Kinder in dem Alter sind meist so phantasievoll, dass sie auch mit einem großen Pappkarton mehrere Stunden glücklich spielen können. Er wird dann zum Haus, zur Hundehütte, zum Versteck, zum Auto, zum Spielkameraden, zum Roboter...

    Danke für den guten Buchtipp!

    Schöne Grüße,
    Katrin

  3. #13

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    Zitat Zitat von dicojoja Beitrag anzeigen

    Warum räumen meine Kinder ungern auf? Erstens: Es ist etwas, was getan werden muss. Da regt sich im kleinen Kinderkopf sofort Widerstand. Zweitens: Es wird meistens abends aufgeräumt und das heißt, die Schlafenszeit naht. Meine Kinder wollen aber nicht ins Bett. Der Kleine abends: Wieso muss ich ins Bett, ich bin ein Kind, dass niemals müde ist. Der Kleine morgens: Ich will nicht aufstehen, ich bin noch sooo müde.



    Hallo dicojoja!

    Vielen Dank für deinen Erfahrungsbericht!

    Es war auch meine erste Vermutung, dass Kinder ungern aufräumen, weil es etwas ist, was die Eltern ihnen auftragen, was sie also nicht freiwillig machen. Wenn sie dann auch noch ihren Spielfluss unterbrechen sollen oder sich - wie bei euch - fürs Bett bereit machen sollen, ist der Widerstand oft vorprogrammiert.
    Wie gehst du/ geht ihr mit der Situation um, wenn die Kinder keine Lust zum Aufräumen haben? Habt ihr das aufgeräumte Zimmer mit irgendwelchen (entzogenen) Privilegien verbunden? Z.B. die obligatorische Gute-Nacht-Geschichte o.ä. Lassen sich die Kinder nach kurzer Diskussion dann doch dazu bewegen, ohne Murren aufzuräumen? Oder ist es ein täglicher Kampf?

    Schöne Grüße,
    Katrin

  4. #14

    Standard

    Zitat Zitat von ponymaedchen Beitrag anzeigen
    Puh, das ist nun 30 Jahre her Sehr lange, das glaub ich nicht. Etwas länger bestimmt. Vom subjektiven Empfinden jedoch nicht, sonst hätt ich das Spiel bestimmt ganz schnell wieder aufgegeben.
    Hallo Ponymädchen!

    Lieben Dank für deine neue, ausführliche Anwort!!

    Das subjektive Empfinden ist der Punkt - wenn man Spaß an einer Sache hat, geht die Zeit erfahrungsgemäß schneller rum. Das in Bezug aufs Aufräumen zu erreichen, ist mein Ziel

    Zitat Zitat von ponymaedchen Beitrag anzeigen
    Schön, dass du auf dem spielerischen Element rumdenkst. Wobei ich eben auch das strategische Aufräumen gut finde. Ob man noch auf andere Weise beides verbinden kann? Ich könnte mir für unsere Kinder (8,5,2 Jahre ) folgendes vorstellen: ein Sortiment von Karten, auf denen jeweils eine typische Räumaufgaben draufsteht: Räum die Stinkesocken auf!... Alles Lego ab in die Kiste!... Jetzt nur noch saugen! (dazu fallen mir gleich die supercool illustrierten Karten vom "Kommikado" ein, das wär das perfekte i-Tüpfelchen). Wenn das Aufräumen ansteht, such ich schnell die passenden Karten raus und leg eine gute Reihenfolge. Dann räumen die Kinder bzw wir gemeinsam auf und dürfen bei jedem Schritt eine Karte wegnehmen oder umdrehen (Design auf der Rückseite also: ein grünes Ampellicht oder ein Smilie). So hat man nicht nur die Aufgabe in Teilaufgaben zerlegt, sondern gleich eine Fortschrittsanzeige. Ist vielleicht hauptsächlich was für Grundschulkinder. Andererseits könnte die 2jährige auch schon ein, zwei Kärtchen abarbeiten.
    Ich habe eine ähnliche Idee gehabt, Spielerisches und Strategisches zu verbinden, auch mithilfe von Karten. Die "Krönung" ist aber dein Vorschlag, eine Fortschrittsanzeige zu haben! Eine tolle Idee! Super auch der humorvolle Aspekt ("Stinkesocken")
    Die "Kommikado"-Karten kannte ich noch nicht. Danke für den Tipp!




    Zitat Zitat von ponymaedchen Beitrag anzeigen
    Damals hatte sie zum Thema Aufräumen noch keine kreativen Vorschläge. So wie schildi schreibt, inzwischen schon? Muss ich mal lesen. Was ich demnächst auf jeden Fall ausprobieren will: die Körbe für jedes Familienmitglied, wo ich ihnen alles reinwerfe, was sie irgendwo liegengelassen haben. Weiß nur noch nicht, wo ich die Körbe hinstelle, überall liegt und steht schon was
    Speziell ärgere ich mich kaputt, weil immer viel in meinem Büro abgeladen wird. Das bietet sich zwar an, weil unsere Garderobe/Flur winzig ist und mein Büro gleich angrenzt, aber es ist nicht fair. Die Körbe sind doch eine gute Arbeitsteilung: ich sammel den Kram ein und sortiere vor, die anderen müssen nur noch ausräumen.
    Ein echtes Eigentor ist es allerdings, wenn man alles was rumliegt, in einen einzigen Korb tut! Dann muss man für jedes Teil zweimal überlegen: beim Reinlegen ("gehört nicht hierher, sondern nach...") und beim Ausräumen.
    Auch in meiner Version des Buchs hat sie noch keine Vorschläge zum Thema Aufräumen aufgeführt. Wobei ich Schildis Antwort auch nicht so interpretiert habe, dass das in einer neueren Ausgabe anders ist. - Vielleicht habe ich es aber auch missverstanden.
    Die Körbe-Lösung ist bestimmt sehr hilfreich. Soetwas sollte ich mir auch zulegen... Er sollte natürlich auch optisch etwas hermachen Dann nur noch einen zentralen Platz dafür finden, aufhängen und fertig! Das würde eine wahre Fundgrube werden

    Schöne Grüße,
    Katrin

  5. #15

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    11

    Standard Wer räumt schon gerne auf?

    Für mich stellt sich die Frage 'Warum räumen Kinder ungern auf?' so eigentlich nicht. Denn: wer räumt schon gerne auf - ist hier irgendwer dabei? Niemand räumt gerne auf, auch Erwachsene nicht, es sei denn ein Putzfimmel liegt vor. Das ist doch eher das Ungewöhnliche. Als Erwachsener räumt man halt auf, weil einem die Unordnung irgendwann auf die Nerven geht und man auch nicht alle seine Sachen kaputt treten möchte. Und letzteres ist bei mir auch das Hauptargument bei meinem Kind, mal wieder aufzuräumen. Lego am Boden verschwindet im Staubsauger und ist ein für alle mal weg. Das wäre doch schade, oder? Mich nervt Aufräumen eigentlich selbst so, dass ich kein Spiel daraus machen möchte. Es soll einfach so schnell wie möglich erledigt werden, manchmal muss ich dann auch schimpfen, aber in 90 % der Fälle geht es ohne Probleme vonstatten, wobei ich dann meistens auch helfe, jedenfalls wenn viele Einzelteile verstreut sind. Allerdings habe ich auch nur 1 Kind, bei dreien sieht das vermutlich etwas anders aus...

  6. #16
    Avatar von danemilen
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    Standard

    Zitat Zitat von designstudentin Beitrag anzeigen
    Hallo zusammen!

    Vielen Dank für eure hilfreichen Antworten! Ihr seid eine tolle Unterstützung für meine Arbeit!

    Die Antwort von Divastress hat bei mir eine neue Frage aufgeworfen; sie schreibt, sie meine, irgendwo gelesen zu haben, dass Kinder selbst im Alter von 7 oder 8 Jahren noch nicht völlig selbstständig ihr Zimmer aufräumen können.
    Deshalb meine Frage: Wann haben eure Kinder in etwa angefangen, allein und ohne elterliche Hilfe aufzuräumen? Wieviel Hilfe brauchten sie in welchem Alter?

    Vielleicht könnt ihr mir hier ja auch mit euren Erfahrungen weiterhelfen Ich würde mich sehr freuen!

    Schöne Grüße,
    Katrin





    Hallo
    designstudentin,






    ich würde sagen es kommt in erster Linie auf das Kind an. Mein Sohn (bald 14) kann bis heute noch nicht richtig aufräumen. Er macht das zwar allein, ABER...... Was für ihn als aufgeräumt erscheint, ist für mich noch das reinste Chaos. Ich finde im Nachhinein noch ganz viele Sachen, die rumliegen oder ganz offensichtlich nicht da hingehören, wo er sie hingetan hat (Socken z.B.) Es mag natürlich sein, dass ich wiederum ihm zuviel abverlange und mich mit wenig Ordnung zufrieden geben sollte. Aber das kann ich nicht. Ich bin zwar auch keine Super-Hausfrau, bei der das Haus zu jeder Uhrzeit vorzeigbar ist, aber gewisse Ordung muss einfach sein und das erwarte ich auch von meinen Kindern. Die Mädels sind halt noch klein (1,5 und fast 4), da helfe ich mit oder räume auch alleine auf, wenn es schnell sein muss oder wenn ich auf Rumgezicke keine Lust habe. Die "Große" räumt sehr ungern auf, das ist tatsächlich ein Riesenproblem für sie, wenn ich mit helfe, ist sie eher dazu bereit, wobei sie sehr viel schummelt. Von unserer "Kleinen" erwarte ich noch nicht viel bzw. gar nichts, das ist meiner Meinung nach zu früh. Sie kriegt aber schon alles mit und ich bin mal gespannt, ob sie später das Verhalten ihrer Schwester übernimmt oder etwas kooperativer sein wird .

    Zurück zum Thema: Wenn ich mich mit meinem Sohn vergleiche, war ich in seinem Alter schon eine große Hilfe im Haushalt (ich will jetzt nich angeben, nur argumentieren ): Ich habe das Bügeln komplett übernommen, die halbe Wohnung sauber gemacht (nicht nur aufgeräumt, sondern richtig geputzt) und wenn sich Besuch angekündigt hatte, musste ich auch mal die ganze Wohnung sauber machen, meine Mama arbeitete bis spät abends. Das Einzige was ich nicht gemacht und somit nicht gelernt habe ist Kochen, das hat mir später gefehlt (die Defizite sind inzwischen beseitigt). Von meinem Sohn erwarte ich das alles nicht (besser gesagt nicht mehr), ich bin schon froh, wenn er sein Zimmer halbwegs aufräumt. Ich muss es dann mehrmals kontrollieren, bevor das Ergebnis zufriedenstellend aussieht (d.h. etwa alle 5 Minuten nachschauen, denn länger am Stück Aufräumen ist bei ihm nicht drin). Ab und zu veranstaltet er von sich aus (!) Entrümpelunksaktionen . Finde ich ganz toll, bloß landet das Zeugs dann oft im Spielzimmer seiner Schwestern , das finde ich weniger schön und entsorge die Sachen selbst oder gebe sie ihm wieder.
    Seit ein Paar Wochen wischt er den Staub in seinem Zimmer und den Boden (Staubsaugen ist schon länger drin, so genau weiss ich es aber nicht mehr, ungefähr seit er 11 ist). Da meckere ich aber im Nachhinein nicht mehr rum, ich lasse es so wie es ist (für`s Erste). Sein Bett kann er auch schon selbst beziehen.

    Feste Zeiten zum Aufräumen haben wir nicht. Immer wenn ich mal in sein Zimmer reinschaue und feststelle, dass man was tun muss, sage ich es ihm einfach. Er meckert, weigert sich anfangs oft, macht es mit Verzögerung, aber er macht`s und das ist schon mal wichtig, manchmal funktioniert es auch auf Anhieb. Das Spielzimmer der Mädchen räumen wir oft mehrmals am Tag auf, abends muss es aber auf jeden Fall aufgeräumt sein bis auf wenige Ausnahmen (Feiertage, oder wenn wir alle mal krank sind). Die Gesellschaftsspiele müssen gleich nach Spielende aufgeräumt werden (sonst verliert man die Teile so schnell), das geht ohne Probleme.

    Das Thema finde ich im Übrigen wirklich sehr interessant. Ich bin auf die nächsten Beiträge ganz gespannt. Auch deine Diplomarbeit würde mich interessieren, designstudentin, vielleicht stellst du hier später einen Link rein?

    Was mich sonst interessieren würde, ob es geschlechtsspezifische Unterschiede gibt? Räumen die (größeren) Mädchen tatsächlich besser bzw. bereitwilliger auf als die Jungen? Hat da jemand konkrete Vergleiche (die Kinder müssten ungefähr gleich alt sein, was bei mir nicht der Fall ist)?

    Schöne Grüße an alle,
    danemilen
    Geändert von danemilen (01.03.2011 um 23:05 Uhr)

  7. #17
    Avatar von ponymaedchen
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    @janeway: dein Einwand ist sehr berechtigt, man soll den Kindern nicht alle lästigen Pflichten abnehmen oder versüßen. Es ist ja derzeit ziemlich in Mode, Kindern zu vieles durchgehen zu lassen. (Hier war aber die Ausgangsfrage, wie lernt ein Kind das Aufräumen) Die alte Staubsauger-Drohung hat schon bei uns damals gewirkt und ist am Ende kindgerechter als eine intellektuelle Diskussion, wieso ein aufgeräumtes Zimmer besser ist als ein unaufgeräumtes....

    @designstudentin: ...denn dies ist die zweite Antwort auf die Frage, wieso gerade Kinder so ungern aufräumen: das Chaos stört sie nicht! Sie finden immer ein paar freie Quadratzentimeter und räumen nur uns zuliebe, auf unseren Druck hin, oder aus Gewöhnung an feste Regeln auf.

    Zum Alter: schwer zu sagen, denn es kommt eben drauf an, wie groß das Chaos und das Zimmer, wie hilfreich die Ordnungssysteme sind - und was das Kind spielt. Ich komm da immer wieder auf die Bastelleidenschaft der Ältesten, das ist schwieriger aufzuräumen, weil scheinbar Gleiches nicht an dieselbe Stelle gehört (das eine Papier ist nur noch Abfall, das andere noch brauchbar etc.)
    Einen Fußboden voller Lego Duplo und Puppenkram kann auch ein Vorschulkind schon allein aufräumen. Einzelne Puzzles, Bücher, Spiele räumt meine 2 1/2jährige aus Gewöhnung (Kiga!) ohne jede Aufforderung gleich nach dem Gebrauch weg.

    Jedenfalls, so etwa in der 2. Klasse lösen sie doch schon mehrstufige Aufgaben und bleiben 20 Minuten am Stück sicher konzentriert. Das sollte fürs Aufräumen eines etwas, aber nicht total unordentlichen Zimmers reichen. Und tatsächlich: meine Älteste kam mit 7 die ersten Male ganz stolz aus ihrem Zimmer, sagte, Mama, Überraschung! denn sie hatte aufgeräumt. Sicher nicht perfekt, aber immerhin! Sie hat es also mir zuliebe getan. Jungs wollen aber längst nicht immer so gefallen und deshalb gibt es ganz bestimmt einen Unterschied zwischen den Geschlechtern. Mein bald 6jähriger passt da gut ins Bild. Der sagt jetzt schon felsenfest bei lästigen Aufgaben: mach ich nicht. Da kann ich nur noch mir Drohpädagogik antworten. Helfen werde ich wahrscheinlich noch das Grundschulalter hindurch, wobei ich mich langsam rausziehe. Aber es geht einfach doppelt so schnell und das Ergebnis ist gründlicher. Nach und nach würd ich eher die 5-minütige Mahnerin spielen wie danemilen.

    @danemilen: das klingt doch schonmal halbwegs akzeptabel. Genieß es, wenn er den Staubsauger schwingt und das Bett bezieht... die wahre Ordnung kommt wahrscheinlich erst, wenn sie ausziehen. Deshalb muss man diejenigen, die noch mit 25 Hotel Mama genießen wollen, auch rausschmeißen. Dass sie allgemeine Pflichten im Haushalt übernehmen, muss man wohl sehr konsequent fordern. Z.B. wie schildi schrieb, über Verknüpfung mit Taschengeld. Wir haben früher auch in dem Alter mitgeholfen, allerdings je nach Neigung. Die Jungs haben Rasen gemäht, Kirschen gepflückt etc... ich hab ebenfalls im Garten geholfen, fand Staubsaugen aber auch nicht schlimm. Nur Staub putzen hasse ich bis heute
    Geändert von ponymaedchen (02.03.2011 um 08:15 Uhr)

  8. #18

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    Also Ponymädchen, deine Kartenidee ist so super, dass wir gleich mal 'nen Prototypen im Test haben ...
    Und auch die Kisten sollen bald bei uns genutzt werden ... (wir hatten bisher eine (für alle), aber das Aussortieren war sehr mühselig)... und blieb dann doch an mir hängen ...
    Ich lese sehr gerne darüber, wie es "die anderen" machen (Aufräumen, Taschengeld,...) und schreibe mal von uns, und hoffe, auch mehr von Euch zu lesen, vielleicht kann man ja auch einiges verbessern ...

    Da ich auch zur chaotischen Sorte Mensch gehöre, helfen mir feste Strukturen, um etwas Ordnung ins Haus bzw. Kinderzimmer zu bekommen, dazu zählen:

    • 2 Mal im Jahr entrümpeln: bei uns gibt es einen Frühjahrs- bzw. Herbstbasar, auf welchem ich Kleider und Spielzeuge verkaufe. 3 Wochen vor dem Basar fordere ich die großen Kinder (7 und 12) auf, rauszusuchen, was sie nicht mehr brauchen oder spielen, die Sachen kommen in eine Umzugskiste, die in der Zimmerecke für etwa 2 Wochen stehen bleibt. So ist genug Zeit, vermisstes wieder zu aktivieren. Danach überlegen wir uns gemeinsam, für welchen Preis es verkauft werden soll und wie das Geld eingeteilt werden soll. Der Großteil geht aufs Sparbuch ... aber die Kids bekommen auch was - als Motivation. Auch ich suche Gegenstände und frage nach, ob das tatsächlich gebraucht bzw. benutzt wird ... Ein 3. Mal findet im Advent statt. An der Schule der Großen werden Sachen für Bedürftige gesammelt, und da es ja bald neues geben wird, bitte ich, auch dafür etwas auszusortieren (wir verkaufen bzw. verschenken nur gut erhaltenes, für Müll haben wir da so Tonnen) ...
    • Ein Mal pro Monat gibt es eine Generalreinigung, dafür muss alles aufgeräumt sein. Da bestehe ich darauf, dass Bauwerke weggeräumt werden (hochstellen, teilzerlegen etc.).
    • Ein Mal pro Woche wird sauber gemacht, saugen, Flächen wischen etc., dafür ist ein Mindestmass an Ordnung nötig. In der Regel mache ich das Freitags, also ist Donnerstags der Tag, an dem wir aufräumen. Bei den Kleinen (2 und 7) helfe ich mit, unterstütze durch Anweisungen (jetzt Karten). Bauwerke dürfen nach Absprache stehen bleiben, und die Kinder saugen selbst ... Die Große (12) macht in der Regel alles alleine, sie hat sich da selbst Strukturen entwickelt. Ich bestehe nur darauf, dass sie ihre Schmutzwäsche wegbringt, keine Lebensmittel rumliegen und regelmässig gelüftet wird - und das die (von mir gewaschene und gebügelte) Wäsche in den Schrank kommt. Der Boden muss zur Reinigung frei sein, für alle anderen Flächen ist sie selbst zuständig. Ansonsten darf sie selbst entscheiden, wie viel Chaos sie beherrscht. Sie darf auch Freunde einladen, egal in welchem Zustand sich das Zimmer befindet, in der Regel räumt sie auf, bevor jemand kommt ... Taschengeld besteht bei uns aus einem Grundgehalt und Zulagen (für Autowaschen, "Babysitting",...). Waschbecken putzen, mal was einkaufen, Blumen gießen, Tisch decken, ... wechseln wir ab - das erwarten wir einfach.
    • Täglich räumen wir Dinge ein, die "ausgespielt" sind, der Weg zu Bett, Schrank und Fenster ist unfallfrei begehbar, im Wohnzimmer befinden sich außerhalb der Spielecke keine Spielsachen mehr ... Dafür brauchen wir aber nur etwa 5-8 Minuten. Wenns "Streik" gibt, streiche bzw. kürze ich Vorlesen, Fernsehen, Computerzeit (nur für den einzelnen).
    • Für Gemälde und Bastelarbeiten hat jedes Kind eine große Mappe, da kommt erstmal alles fertige rein. Materialien und Reste kommen in eine flache Pappkiste (IK..), Angefangenes darf auch mal auf dem Schreibtisch liegen bleiben ...
    • Aber der Esstisch ist sofort nach der Aktion (Malen, Gesellschaftsspiel usw.) wieder freizuräumen ...

    Ich bin gespannt auf Eure Antworten und Tricks!

  9. #19

    Standard

    Zitat Zitat von janeway Beitrag anzeigen
    Für mich stellt sich die Frage 'Warum räumen Kinder ungern auf?' so eigentlich nicht. Denn: wer räumt schon gerne auf - ist hier irgendwer dabei? Niemand räumt gerne auf, auch Erwachsene nicht, es sei denn ein Putzfimmel liegt vor. Das ist doch eher das Ungewöhnliche. Als Erwachsener räumt man halt auf, weil einem die Unordnung irgendwann auf die Nerven geht und man auch nicht alle seine Sachen kaputt treten möchte.

    Hallo Janeway!

    Richtig, wirklich gern räumt wahrscheinlich niemand auf. Viele von uns freuen sich vielleicht über das Ergebnis, dass man problemlos seine Sachen findet oder dass es nicht mehr so chaotisch aussieht. Aber ich denke, die wenigsten genießen den Prozess des Aufräumens.
    Deshalb ist es nur allzu verständlich, dass besonders die Kleinsten keine Lust verspüren, ihre Sachen wegzuräumen. Sie sehen die Notwendigkeit noch nicht. Und sobald sie in einem Alter sind, in dem sie verstehen, warum Aufräumen notwendig ist, bleibt es u.U. eine ungeliebte Tätigkeit, eben weil sie beim Prozess keinen Spaß haben. Und hier würde ich gerne Abhilfe schaffen

    Zitat Zitat von janeway Beitrag anzeigen
    Mich nervt Aufräumen eigentlich selbst so, dass ich kein Spiel daraus machen möchte. Es soll einfach so schnell wie möglich erledigt werden, manchmal muss ich dann auch schimpfen, aber in 90 % der Fälle geht es ohne Probleme vonstatten, wobei ich dann meistens auch helfe, jedenfalls wenn viele Einzelteile verstreut sind. Allerdings habe ich auch nur 1 Kind, bei dreien sieht das vermutlich etwas anders aus...
    Für dich wäre also ein Produkt hilfreich, das deinen Part beim Aufräumen übernimmt - das antreibt, strukturiert, kontrolliert oder mithilft. Das mag jetzt utopisch klingen, aber vielleicht gelingt es mir ja, zumindest ein paar dieser Punkte in ein Produkt zu integrieren
    Vielen Dank für deinen Beitrag!

    Schöne Grüße,
    Katrin

  10. #20

    Standard

    Zitat Zitat von danemilen Beitrag anzeigen
    Hallo
    designstudentin,
    ich würde sagen es kommt in erster Linie auf das Kind an. Mein Sohn (bald 14) kann bis heute noch nicht richtig aufräumen. Er macht das zwar allein, ABER...... Was für ihn als aufgeräumt erscheint, ist für mich noch das reinste Chaos. Ich finde im Nachhinein noch ganz viele Sachen, die rumliegen oder ganz offensichtlich nicht da hingehören, wo er sie hingetan hat (Socken z.B.) Es mag natürlich sein, dass ich wiederum ihm zuviel abverlange und mich mit wenig Ordnung zufrieden geben sollte. Aber das kann ich nicht. Ich bin zwar auch keine Super-Hausfrau, bei der das Haus zu jeder Uhrzeit vorzeigbar ist, aber gewisse Ordung muss einfach sein und das erwarte ich auch von meinen Kindern. Die Mädels sind halt noch klein (1,5 und fast 4), da helfe ich mit oder räume auch alleine auf, wenn es schnell sein muss oder wenn ich auf Rumgezicke keine Lust habe. Die "Große" räumt sehr ungern auf, das ist tatsächlich ein Riesenproblem für sie, wenn ich mit helfe, ist sie eher dazu bereit, wobei sie sehr viel schummelt. Von unserer "Kleinen" erwarte ich noch nicht viel bzw. gar nichts, das ist meiner Meinung nach zu früh. Sie kriegt aber schon alles mit und ich bin mal gespannt, ob sie später das Verhalten ihrer Schwester übernimmt oder etwas kooperativer sein wird .
    Zurück zum Thema: Wenn ich mich mit meinem Sohn vergleiche, war ich in seinem Alter schon eine große Hilfe im Haushalt (ich will jetzt nich angeben, nur argumentieren ): Ich habe das Bügeln komplett übernommen, die halbe Wohnung sauber gemacht (nicht nur aufgeräumt, sondern richtig geputzt) und wenn sich Besuch angekündigt hatte, musste ich auch mal die ganze Wohnung sauber machen, meine Mama arbeitete bis spät abends. Das Einzige was ich nicht gemacht und somit nicht gelernt habe ist Kochen, das hat mir später gefehlt (die Defizite sind inzwischen beseitigt). Von meinem Sohn erwarte ich das alles nicht (besser gesagt nicht mehr), ich bin schon froh, wenn er sein Zimmer halbwegs aufräumt. Ich muss es dann mehrmals kontrollieren, bevor das Ergebnis zufriedenstellend aussieht (d.h. etwa alle 5 Minuten nachschauen, denn länger am Stück Aufräumen ist bei ihm nicht drin). Ab und zu veranstaltet er von sich aus (!) Entrümpelunksaktionen . Finde ich ganz toll, bloß landet das Zeugs dann oft im Spielzimmer seiner Schwestern , das finde ich weniger schön und entsorge die Sachen selbst oder gebe sie ihm wieder.
    Seit ein Paar Wochen wischt er den Staub in seinem Zimmer und den Boden (Staubsaugen ist schon länger drin, so genau weiss ich es aber nicht mehr, ungefähr seit er 11 ist). Da meckere ich aber im Nachhinein nicht mehr rum, ich lasse es so wie es ist (für`s Erste). Sein Bett kann er auch schon selbst beziehen.

    Feste Zeiten zum Aufräumen haben wir nicht. Immer wenn ich mal in sein Zimmer reinschaue und feststelle, dass man was tun muss, sage ich es ihm einfach. Er meckert, weigert sich anfangs oft, macht es mit Verzögerung, aber er macht`s und das ist schon mal wichtig, manchmal funktioniert es auch auf Anhieb. Das Spielzimmer der Mädchen räumen wir oft mehrmals am Tag auf, abends muss es aber auf jeden Fall aufgeräumt sein bis auf wenige Ausnahmen (Feiertage, oder wenn wir alle mal krank sind). Die Gesellschaftsspiele müssen gleich nach Spielende aufgeräumt werden (sonst verliert man die Teile so schnell), das geht ohne Probleme.



    Hallo Danemilen!

    Vielen Dank für deinen ausführlichen Erfahrungsbericht!
    Wie war es denn früher mit deinem Sohn? Da du schreibst, dass er "immer noch nicht" gut aufräumt, nehme ich an, dass er es noch nie gern getan hat, oder? Aber vielleicht hat sich sein Aufräumverhalten ja trotzdem über die Jahre verändert. Mitlerweile macht er ja doch schon einiges eigenständig, wenn auch nur gelegentlich. Hast du ihm früher viel geholfen? Und hast du damals mal ausprobiert, was passiert, wenn du ihn einfach machen lässt? Ab wann sein persönlicher Chaospegelhöchststand erreicht ist?

    Was mag deine 4Jährige nicht am Aufräumen? Macht sie da konkrete Aussagen? Langweilig oder dass es so lange dauert o.ä.?

    Zitat Zitat von danemilen Beitrag anzeigen
    Das Thema finde ich im Übrigen wirklich sehr interessant. Ich bin auf die nächsten Beiträge ganz gespannt. Auch deine Diplomarbeit würde mich interessieren, designstudentin, vielleicht stellst du hier später einen Link rein?

    Ich kann euch gerne von meinen Ergebnissen berichten. Es wird aber noch eine Weile dauern, bis wirklich ein fertiges Produkt entstanden ist

    Schöne Grüße,
    Katrin

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