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Thema: Kinder nicht in Watte packen

  1. #1
    Avatar von mich@el
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    Standard Kinder nicht in Watte packen

    Vor Gefahren, die Leib und Leben bedrohen, müssen Eltern ihren Nachwuchs schützen – vor Enttäuschungen und kleinen Schrammen dagegen nicht.
    Denn die Sprösslinge müssen eigene Erfahrungen machen, um ihr Leben zu meistern.

    „Ich wollte ihn in einer simulierten natürlichen Umwelt aufwachsen lassen – einer Art Weide oder Korral – statt in der schauerlichen, wirklichen Umwelt selbst, die mir zu gefährlich erschien. Ihn unter eine Glashaube setzen!...zum Artikel

  2. #2

    Standard

    Meine beiden Jungs sind am liebsten draußen. Im Gebüsch spielen und auf Bäume klettern bzw. überhaupt klettern ist das Schönste. Viele andere Mütter bekommen da öfter mal einen halben Herzkasper und holen ihre Kinder runter. Wenn sie nicht zu hoch klettern und auf dicken Ästen (keine dünnen Zweige) stehen, lasse ich sie auch. Mensch, wir sind früher auch auf alle Bäume geklettert, wo wir drauf kamen. Allerdings stehe ich auch oft absichtlich mit dem Rücken zu meinen Kindern das ich nicht sehen muss, wie sie klettern. Sage ich aber immer pass auf.... dann werden sie unsicher und fallen leichter runter. Also erkläre ich vorher die Regeln (siehe oben nicht bis in die Spitze und nur auf dicken Ästen klettern) und lasse sie dann so hoch wie sie sich zutrauen. Das klappt meistens sehr gut. Sie haben ein gutes Gefühl dafür, wieviel sie sich zutrauen können und kamen bis jetzt auch immer heile wieder runter. Ich hoffe das bleibt so.

  3. #3
    Avatar von sandrakremer
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    Reden

    Ich muss sagen, dass ich immer hin und her gerissen bin:

    einerseits soll mein einziges Kind sich frei entfalten und selbständig werden. Andererseits arbeite ich bei einer Krankenkasse, sehe den ganzen Tag "Tod und Verderben" und was alles Schönes passieren kann, wenn man eine Sekunde nicht aufpasst. Das prägt, kann ich nur sagen.

    Wir wohnen mitten in der Stadt.
    Früher ging man zu den Nachbarskindern, hat geläutet und fertig. Heute muss man Termine mit den jeweiligen Müttern ausmachen, den Sohn hinkarren + abholen.
    Ich kann ihn nicht mal in unsere Gasse alleine lassen, weil doch hin und wieder einer durchbrettert, der seinen persönlichen Rekord ausloten möchte. Bisher hat uns dieser Ehrgeiz nur einen Kater gekostet, ein Kind möchte ich nicht riskieren.
    Fazit: alles nicht so einfach!!!

    Aber mittlerweile bin ich Gottlob ergotherapeutisch gestählt und lasse ihn wenigstens seine Saftschorle selber einschenken

  4. #4

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    1

    Standard

    Hallo Ihr Lieben,

    also ich bin in der glücklichen Lage einigermaßen ländlich zu wohnen. Deswegen durften meine Kinder ( 4 ) auch immer alleine raus zum spielen. Ich kann viele lustige Geschichten erzählen vom im SChlamm steckenbleiben und heimlich alleine Radfahren anfangen mit dem Fahrrad des Freundes... ich fond das super, und es sind Erinnerungen der Kinder, die ihnen keiner nehmen kann. Natürlich gibt es heutzutage ganz andere Gefahren, wenn wieder was von verschwundenen und missbrauchten Kindern in der Zeitung steht läuft es mir kalt runter. Trotzdem bin ich der Meinung , es ist gut , wenn Eltern nicht alles von ihren Kindern wissen, die Kinder müssen heimlich Sachen machen dürfen ohne Helikopter-Mütter die ständig um sie schweben " pass auf, mach dies nicht, mach das nicht, hier ist es gefährlich , usw ".

    S.

  5. #5

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    Standard Das Wichtigste, was wir haben im Leben

    Hallo,

    ich habe drei Töchter und würde mich eher als nicht ängstliche Mama bezeichnen, ich denke, man sollte eine gesunde Portion "Gottvertrauen" in die Kinder und die Situationen haben, ohne dabei natürlich Gefahren zu verkennen.

    Eine ganz liebe Freundin von mir hingegen ist sehr ängstlich, wenn wir gemeinsam mit den Kindern zum Kaffee trinken sind bei anderen Mamas, dann würde sie ihr Kind am liebsten dauernd in ihrer Nähe haben. Sobald sie im Kinderzimmer, das vielleicht im oberen Stockwerk ist, ein Kind weinen hört, denkt sie, es könnte ihres sein und rennt sofort die Stufen hinauf. Wir anderen Mamas müssen sie immer ein bisschen belächeln, sie nimmt uns das nicht krumm, weil sie um ihre ausgeprägte Ängstlichkeit ja weiß. Und nur ganz nebenbei: Die Kinder, die da zusammen spielen, sind fast alle schon vier Jahre alt.

    Nur mal ehrlich: Wenn man solche Angst hat um sein Kind, weil es das Wichtigste ist, was man hat im Leben, dann hilft es einem doch nicht, wenn einer gelassen sagt: Pack Dein Kind nicht in Watte.....

    Kennt Ihr auch so besorgte Mütter? Was würdet Ihr denn raten?

    Schönen Tag noch!

  6. #6
    Avatar von ponymaedchen
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    Standard

    Ich weiß nicht, wie ich es so einer Mutter gegenüber aussprechen würde. Aber ich fürchte ja, dass es solche Kinder mal sehr schwer haben werden, in sich selbst zu ruhen und ihr Leben selbst in die Hand zu nehmen. Jedenfalls dann, wenn die Mutter es nicht schafft, sich nach und nach zurückzuziehen. Was bekommen die Kinder für ein Weltbild, wenn Mama ihnen ständig suggeriert, alles sei sooo gefährlich und ohne ihre beschützenden Eltern bekämen sie gar nichts geregelt? Ich kenn das Problem des Zu-viel-Beschützenwollens aus meiner eigenen Familie. Die Konsequenzen (sich selbst zu wenig zutrauen, oft auf Hilfe von außen hoffen statt die Dinge anzupacken) hängen den Kindern möglicherweise das ganze Leben lang nach.

  7. #7

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    Standard Von den Kindern an die Hand nehmen lassen?

    Danke für die schnelle Rückmeldung. Ich bin auch der Meinung, dass das den Kindern nachhängt und sie nicht festigt fürs Leben. Auf dieses Kind bezogen, von dessen Mutter ich vorhin sprach, muss ich sagen, das jedoch macht einen total sicheren Eindruck und scheint seiner Mama immer wieder sagen zu wollen: Lass mich nur, vertraue mir, ich schaff das schon.

    Vielleicht zeigen Kindern ihren Eltern oft ganz unbewusst, wo die Erziehung hingehen sollte - und vielleicht müssen wir Eltern uns auch mal von den Kindern an die Hand nehmen lassen?

  8. #8
    Avatar von ponymaedchen
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    Standard

    Oh, das wäre natürlich schön, aber wir Erwachsenen sind ja bekanntlich schwer erziehbar . Wir haben immer wieder eine klassische Situation in der Familie, wo es ums "Fehler machen dürfen" geht. Wenn ein Kind was ordentlich dreckig macht, also zB ein Saftglas vom Tisch fegt, oder etwas kaputtspielt, schimpft mein Mann grundsätzlich. Egal, ob vom Kind aus Vorsatz dabei war, und das war's in den wenigsten Fällen. Mein Herzlein blutet dann immer und ich schimpfe nachher mit ihm, aber es nützt nix. Er kann eben in dem Moment nicht sehen, dass die Kinder schon völlig gestraft sind mit dem Ergebnis - Boden klebt und voller Scherben oder Spielzeug flickreif. Und er selbst ist halt superordentlich und sieht in diesem Moment nur, dass jetzt Arbeit ansteht (putzen/flicken - das Kind dies machen lassen würde er natürlich nicht )

    Und es stimmt, natürlich kommt es auch aufs Kind an, ob es die Unsicherheit annimmt. In der Familie die ich eben beschrieb, ist es "nur" bei einem von mehreren Kindern so gelaufen. Von meinen Kindern ist eins eher unsicher (dies wirklich vom allerersten Lebenstag an) und zwei eher selbstsichere Kinder. Und im Fall deiner Freundin: na, da hat sie ja Glück, so ein selbstsicheres Kind zu haben bestimmt hilft es ihr, den richtigen Weg zu finden.
    Geändert von ponymaedchen (12.09.2011 um 09:40 Uhr)

  9. #9

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    Standard Keine Watte aber Regeln!

    Wir wohnen auch auf dem Lande und haben dadurch denke ich auch viel Vorteile bezüglich "freies Kinderleben". Bei uns ist es wirklich oft so - Klingeln beim Nachbarn und dann geht es los. So manchmal habe ich die Vorstellung von einem modernen Bullerbü

    Und stimmt - oft schaue auch ich lieber nicht hin, aber auch ich glaube das ist für das Selbstbewusstsein der Kinder wichtig.

    Allerdings glaube ich, dass in unserem Fall Regeln sehr wichtig sind und Konsequenzen wenn sie nicht eingehalten werden.

    Z.B. Grenzen, die nicht überschritten werden dürfen (also wie weit dürfen sie alleine rumfetzen - je nach Alter). Bescheid geben, wenn man wohin geht. Roller, Fahrrad und Co nur mit Helm, Kleinere passen auf größere auf und kleinere werden von größeren nie alleine irgendwo gelassen - erst nach Rücksprache, usw. usw. (nur ein paar Beispiele).

    Und wir haben besprochen, das zu tun ist, wenn es mal Probleme egal welcher Art geben sollte.

    Wir sind hauptsächlich 3-4 Familien, die so handeln und es klappt super. Also miteinander reden - mit den Kindern wie mit den anderen Eltern

    Und ich glaube auch - je mehr man die Kinder vor etwas bewahrt umso unsicherer werden sie. Oder sie fangen an zu rebellieren und provozieren ...

  10. #10

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    Standard Familienhintergrund ist wichtig

    Vorsicht vor voreiliger Bewertung. Uns als Beobachter von Situationen fehlen sehr viele Hintergrundinformationen aber es ist oft möglich, mit den Eltern ins Gespräch zu kommen ...

    Hier mal 2 Beispiele:

    Die Nachbarsfamilie hatte 2 Kinder, die genau wie alle anderen Kinder unserer Strasse sehr viele Freiheiten hatten und ihre Erfahrungen machen durften. Als wir (der Nachbarsjunge und ich) in der 2. Klasse waren, passierte ein Unglück. Er kam beim Rodeln ums Leben.

    edit: @ schildi: Diese Regeln hatten wir auch, 2 Jungen hatten gedacht, sie könnten sich darüber hinwegsetzten. (das abgesprochene Gebiet verlassen...)

    Danach änderte sich unser aller Leben, allerdings nach einiger Zeit war für uns "alles wieder beim alten", die Eltern wurden auch wieder entspannter. Nur die Schwester des Jungen wurde bewacht, durfte nicht mehr ausser Sichtweite der Eltern / Grosseltern, wurde zur Schule gebracht und abgeholt, ...

    ODER:

    Unser jetziges Nachbarskind (2 Jahre) ist schwer lungenkrank, man sieht dem Kind nichts an, aber die Mutter muss sehr darauf achten, dass sich das Kind nicht überanstrengt oder aufregt ...


    Manchmal kennen wir nicht alle Aspekte, die andere veranlassen "die Kinder in Watte zu packen" ... da hilft wahrscheinlich nur, die Dinge vorsichtig anzusprechen ... auch die eigenen Erfahrungen spielen eine grosse Rolle.

    Übrigens auch wir wurden schon von anderen diesbezüglich "kritisiert" ... wir wollten nicht, dass unser Kind an einem Kindergeburtstag mit Kinobesuch teilnimmt, weil wir den Film nicht für geeignet hielten ...
    Ansonsten wird mir oft gesagt, dass ich meinen Kindern zu viel zumute / zutraue...
    Geändert von ankesta (12.09.2011 um 11:01 Uhr) Grund: Nachtrag

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