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Thema: Ganztagsschulen?

  1. #1

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    Standard Ganztagsschulen?

    Jede zweite Schule in Deutschland wird demnächst "irgendetwas mit Ganztag zu tun haben". Doch bislang hinkt die Qualität oft noch hinterher: es fehlt an Geld und Personal und oft auch noch an ausgeklügelten Konzepten.

    Was halten Sie von Ganztagsschulen? Haben Sie damit schon Erfahrung gemacht? Wir freuen uns über Ihre Meinungen!

    Zum Artikel
    http://www.jako-o.de/Artikel.ww_article+M5dd36bc2de4.0.html

  2. #2

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    Standard Frau ist die Verliererin...

    Zu unseren wirbelwind-Themen "Ganztagsschule" und "Zeit" erreichte uns folgender Leserbrief, den wir nach Absprache mit der Autorin hier ins Forum stellen dürfen. Wer will dazu was sagen?



    Einfach nur Ganztagsschule reicht wirklich nicht aus. Viele Schulen sind nicht unbedingt so konzipiert, dass Schüler sich dort über den ganzen Tag wohl fühlen. Unterricht, der an, zwei Tagen in der Woche am Nachmittag stattfindet und den Kindern (egal welchen Alters) auch andere Freizeitaktivitäten ermöglichen, finde ich sehr gut. So ist z.B. Reitunterricht meist am Nachmittag, abends um 20.00 Uhr braucht meine zehnjährige Tochter auch nicht mehr los, wenn am Morgen um halb sieben der Wecker klingelt.

    Zudem finde ich den Zwang zur Ganztagsbetreuung, wie halt in Schweden und auch in Frankreich überhaupt nicht gut.

    Wer bekommt denn seine Kinder um sie mal abends ein, zwei Stunden und am Wochenende zu sehen? Ich nicht. Dann könnte ich ohne Kinder und ohne schlechtem Gewissen gut ganztags arbeiten. Somit kein Wunder, dass die Geburtenrate sinkt. Frau ist in jedem Fall die Verliererin.



    Da kommt dann gleich das nächste Thema, die "Bestrafung" der Frauen, die sich um die Familie kümmern und deshalb höchstens halbtags oder mit Minijob arbeiten. Ich arbeite im Minijob und es ist trotzdem schon ein Zeitspagat alles zu schaffen. Wenn man sich dann noch um ein krankes Elternteil kümmert, fällt man wieder völlig aus dem Erwerbsleben und/oder ist selber auch noch völlig am Ende, ohne jegliche Unterstützung von öffentlicher Seite, die doch immer so laut reden und Vorschriften machen wollen, die menschlich gar nicht umsetzbar sind.



    Macht weiter so, geht an die Öffentlichkeit und an die Politik!



    Mit freundlichen Grüßen

    Claudia Jordan

  3. #3
    Avatar von lausigel
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    Standard Zeitargument

    An dem Zeitargument ist in jedem Fall was dran. Ich bin nicht generell gegen Ganztagsschulen, das möchte ich gleich eingangs klarstellen.

    Aber generell scheint es in unserer Gesellschaft nur noch auf die Erfüllung der Fordernisse der Wirtschaft hinauszulaufen. Beide Eltern sollen möglichst ganztags arbeiten, damit die Frauen etwas für ihre Rente und gegen künftige Altersarmut tun.

    Die reformierten Finanzregelungen im Falle einer Scheidung (deren Gründe, dass ein Partner danach noch in der Lage ist, finanziell für eine zweite Familie aufzukommen, ja teilweise noch nachvollziehbar sind, die aber wieder zu Lasten der Frauen gehen). Man weiß nicht, ob eine Beziehung dauerhaft hält und ist als Frau daher besser bedient, wenn man finanziell auf eigenen Füßen steht und selbst arbeiten geht, am besten nicht nur ein Zubrot. Das hat weder etwas mit der vieldiskutierten "Selbstverwirklichung" zu tun, noch damit, mal rauszukommen, sondern schlicht mit finanzieller, d. h. existenzieller! Absicherung.

    Das war jetzt etwas abgeschweift.

    Jedenfalls sollen die Kinder ab einem Jahr in die Krippe (gegen die ich auch nichts sagen will, unsere Tochter wurde zwischen 2 und 3 hervorragend und liebevoll in einer solchen Einrichtung betreut), damit die Mütter wieder arbeiten.

    Weil sie müssen, weil der staatliche Elterngeldhahn nach dem ersten Geburtstag zugedreht wird. In meinem Bekanntenkreis gibt es viele Bürokauffrauen, Fleischereifachverkäuferinnen, Krankenschwestern, Kinderpflegerinnen, Industriekauffrauen etc. Die gehen nicht auf die Arbeit, weil sie sich nach dem einen Jahr so wahnsinnig langweilen, sondern weil sie aus finanziellen Gründen müssen. Weil der Mann nicht genug verdient, so dass sie mitverdienen müssen, weil das Leben, die Miete oder die Raten fürs Haus abbezahlt werden müssen. Viele von ihnen könnten sich was Schöneres vorstellen und bedauern, durch die Arbeit weniger von der Kleinkindzeit ihrer Kinder mitzubekommen. Sie haben Kinder in ihr Leben gelassen, weil sie das so wollten, weil sie Eltern werden wollten und nicht für den Staat oder die Rentenkasse, auch wenn das für die beiden letztgenannten auch Vorteile bringt, wenn sich ein Paar für Kinder entscheidet.

    Später gehen die Kinder ganztags in den Kiga und jetzt noch die Ganztagsschule. Abends kommen dann alle fix und fertig heim, einer der Eltern hat sich vielleicht noch mit Einkaufen abgehetzt und kocht das Abendessen und bald müssen die Kinder schon wieder ins Bett und die Hausarbeit muss auch noch erledigt werden...

    Wo bleibt da Zeit für die Familie? Zeit, die die Familienmitglieder wirklich miteinander verbringen und sich als Gemeinschaft erleben, Zeit zum Spielen, für kreativen Leerlauf und freies Spiel? Wo bleibt Raum für Spontaniät? Zeiten, in denen vielleicht Werte gelebt werden, deren unsere Gesellschaft so dringend bedarf? Wo bleibt Zeit für die Partnerschaft der Eltern, die ja auch ein Paar sind? Für mich klingt das zu sehr nach funktionieren, organisatorischen Absprachen, Erledigen von anfallenden Dingen, Abarbeiten von Terminen, Leben im Hamsterrad...
    Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: Die Blumen, die Sterne und die Kinder. (Dante).

  4. #4
    Avatar von lausigel
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    Standard Ganztagsschulen unter einem anderen Blickwinkel

    Wie an anderer Stelle schon diskutiert wird, ist es auch wichtig, zu unterscheiden, über welches Modell der Ganztagsschule diskutiert wird. Normale Halbtagsschule, die nachmittags AGs anbietet? Offene oder gebundene Ganztagsschule?

    Ich bin wie in meinem vorigen Posting erwähnt, nicht gegen Ganztagsschulen. Ich halte sie, wenn beide Eltern berufstätig oder anderweitig eingespannt (pflegebedürftige Angehörige o. ä.) sogar für recht sinnvoll!

    In meiner Schulzeit (bin im Westen aufgewachsen), war das Angebot an Horten dünn, sowas gab es nur in den größeren Städten, auf dem Land war es damit nix. Ich hatte Schulkameraden, die waren sog. "Schlüsselkinder", hatten also einen Haustürschlüssel, kamen mittags heim, wo niemand auf sie wartete, schmierten sich ein Brot oder machten sich eine Schüssel Cornflakes. Das ist auch gegangen und aus ihnen sind auch lauter tüchtige Menschen geworden, die ihr Leben meistern. Aber wenn ich heute die Wahl hätte, wie sie die Ganztagesschule ja ermöglicht, würde ich mein Kind lieber im Klassenverband essen und Hausaufgaben machen lassen.

    Unabdingbar sind für mich folgende Dinge, die eine gute Ganztagsschule, ob offen oder gebunden, bieten sollte:

    Ein ausgewogenes und schmackhaftes Mittagessen zu einem günstigen Preis, für finanzschwache Familien kostenlos (wahrscheinlich ist das allein schon utopisch...)

    Eine qualifizierte Hausaufgabenbetreuung, die nicht nur darauf achtet, dass die Hausaufgaben gemacht werden, sondern, wie die Eltern es sonst auch tun würden, erklärt, wenn Kinder etwas nicht verstanden haben. Ganz wichtig wäre auch, wenn die Kinder um 16 Uhr oder wann auch immer heimkommen, dass sie mit den schriftlichen Hausaufgaben fertig sind und sich nicht nochmal ransetzen müssen sondern wirklich Freizeit haben und sich auch mit Freunden (Nachbarskindern etc.) außerhalb der Schule treffen.

    Ein weiterer großer Vorteil wären kostengünstige bzw. kostenfreie Freizeitangebote jeglicher Art, Sport, Musik, Kunst, Ausflüge, Experimente, Spielenachmittage, Basteln oder auch Nachhilfegruppen...und zwar vor Ort!
    Somit entfällt das nachmittägliche Herumkutschieren von A nach B, vor allem für Eltern auf dem Land, die erst 10 km in die nächste Kreisstadt fahren müssen, das können Kinder eben noch nicht allein mit dem Fahrrad bewältigen. Die Kinder sind aufgehoben, beschäftigen sich sinnvoll bzw. miteinander in der Gemeinschaft und hängen nicht vor PC und Fernseher herum. Gerade bildungsfernere Kinder können hiervon sehr profitieren! (Und bildungsnahen Kindern wird es nicht schaden).

    Meiner Meinung nach müsste dann der gesamte Schul(all)tag umstrukturiert werden, so dass es auch am vormittag größere Pausen oder eine Ruhephase zwischendurch gibt. Vormittags Turbo-Lernen und nach der Mittagspause mit Elan in die Freizeitangebote ist auf Dauer auch zu stressig. Der Tag müsste insgesamt entzerrt werden.

    Auch die räumliche und personelle Ausstattung ist wichtig. Sind die Kinder in irgendeinem Kellerkabuff untergebracht oder sind die Räume hell, fröhlich und freundlich, bieten sie zusätzliche Angebote, wie Lese- und Ruheecke, ein Tischkicker, etc. Gibt es mehrere Zimmer, z. B. eins für die, die lernen wollen usw.? Meine Ansprüche sind groß, ich weiß. Ich bin immer bereit, im Rahmen meiner Möglichkeiten auch Elternmithilfe zu leisten.

    Mir ist auch klar, dass meine Anforderungen an eine wie auch immer geartete Ganztagsschule Geld kosten. Viel Geld, dass der Staat entweder nicht hat oder anderweitig ausgibt. Aber ich glaube, es würde sich lohnen, hier zu investieren. In Bildung und Schule als Lebensraum, eben nicht nur vormittags lernen und nachmittags lediglich "Aufbewahrung" bzw. Beaufsichtigung.
    Drei Dinge sind uns aus dem Paradies geblieben: Die Blumen, die Sterne und die Kinder. (Dante).

  5. #5

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    Standard Ganztagsschule und noch viel mehr....

    Liebe Lausigel,

    ich sehe das genauso. Es muss noch so viel getan werden, mit Ganztagsschulen ist der Staat ja doch auch erst am Anfang. Einerseits ist es das Angebot, das verbessert werden muss (eine Freundin von mir hatte ihr Kind in einer Ganzstagsklasse und hat es nun da wieder rausgenommen, weil in der Klasse so viele Kinder aus sozial schwachen Familien waren, dass nur Chaos in der Klasse herrschte....also nichts gegen diese "armen" Kinder, aber es muss gut gewichtet sein). Andererseits muss man ein gutes Gewissen haben, wenn die Kinder so lange "fremd" betreut werden. Mein (Grundschul)-Kind ist in einer guten Mittagsbetreuung, das ermöglicht mir, freiberuflich zu arbeiten und meinen wichtigen Verdienst zur Familienkasse zu leisten. Auch sind meine anderen beiden kleineren Kinder bis 15 Uhr im Kindergarten. Doch es gibt immer wieder Mütter, die mich da schief angucken. Mütter, die es sich leisten können wegen (noch) besser verdienender Väter, ganz daheim zu bleiben, ohne Arbeit. Mittags zu kochen, Hausaufgaben selbst zu kontrollieren. Aber wo kommen wir denn hin, wenn wir Mütter uns untereinander nicht die Freiheit lassen, das Modell zu wählen, das zu uns passt? Warum schauen wir so haargenau, was die andere tut? Wir tun doch alle das beste für unsere Kinder - immer zum eigenen Lebenskonzept passend - und das können wir uns nicht immer aussuchen, oder?
    Jetzt bin ich abgeschweift, aber mir fällt eben immer wieder auf, dass sich die Gesellschaft so spaltet, das haben wir ja auch gerade am Betreuungsgeld gesehen.

  6. #6
    Avatar von ponymaedchen
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    Standard

    Wir leben ja in Ostdeutschland und die beiden Großen (9 und 7) besuchen einen Hort, der vieles von dem, was du, lausigel, zu Recht forderst, anbietet. Im großen und ganzen mit sehr gutem Erfolg... hochwertig finde ich das Mittagessen nicht, leider ist es trotzdem nicht billig... die Erzieherinnen sind im engen Kontakt mit den Klassenlehrerinnen und leisten daher eine sehr gute Hausaufgabenbetreuung, auf die Eigenheiten unserer Kinder beim Lernen/Aufgabenlösen wissen sie andererseits nicht einzugehen...Sport, Musik, Experimentieren und Weiteres werden als Kurs angeboten... ich könnte lange berichten. Besonders lobenswert ist unser Ferienprogramm, da sind die Erzieherinnen immer mit großem Einsatz tätig (u.a. 1x pro Woche Schwimmen gehen mit der Rasselbande).

    Was aber wohl kaum eine Ganztagsschule/Hortbetreuung befriedigend lösen kann: ich denke, irgendwie sind die Kinder ganztägig nicht nur im fröhlichen, anregenden Miteinander, sondern auch im "Sozialstress" - sie müssen sich den ganzen Tag mit anderen Kindern auseinandersetzen. (In unserem Hort gibt es drinnen kaum Rückzugsmöglichkeiten, draußen dank großem Gelände immerhin schon eher.) Für unsere Kinder hat das seine guten Seiten, ist manchmal aber auch zu viel. Sie brauchen auch relativ viel Ruhe, Zeit mit sich selbst oder mit einem Spielzeug, das ihnen keiner wegzunehmen droht... Zum Glück können wir unseren bevorzugten Weg gehen und die Kinder sind nur zeitweise bzw. tageweise im Hort. Das empfinde ich als Luxus

  7. #7

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    Hi Ponymädchen (hast ja ein super Foto ;-))!)

    Sag mal, was mich in letzter Zeit auch beschäftigt, gerade, wenn wir immer von Zeit zum Spielen der Kinder sprechen. Spielen wir selbst eigentlich genug mit unseren Kindern? Ich denke am Nachmittag oft, ach, jetzt könnte ich mit ihnen mal Memory oder so was spielen - aber oft sind sie selbst untereinander so augelastet (dann spielen sie Hund und Mutter, Vater, Kind), dass ich dann doch wieder igendwas anderes im Haus "wurschtele". Habt Ihr feste Zeiten, in denen Du/Ihr mit den Kindern spielt? Sollte sich das ergeben, oder sollen wir wirklich sagen: So, eine Stunde am Tag gehört uns zusammen?

  8. #8

    Standard

    Wenn meine beiden Jungs zusammen spielen, möchten sie gar nicht mit mir spielen und wenn ich sie "zwingen" würde, würde es wohl mit viel Ärger enden. Wir lesen abends fast immer noch eine Geschichte vor oder wenn die Kinder Lust haben und ich Zeit spielen wir im Moment viel Mau Mau. Also hab kein schlechtes Gewissen, wenn du die Hausarbeit machst, dafür bist du fertig, wenn deine Kinder dann vielleicht auf dich zukommen und spielen wollen .
    Jetzt aber zum Thema. Unser Großer ist bis jetzt in der Grundschule in der OGS. Das heißt er wird nach der Schule auf dem Schulgelände aber in einem separaten Gebäude betreut. Das was lausigel fordert unterschreibe ich auch! Bei uns ist es so. Die Leitung ist ausgebildete Erzieherin. Dann haben wir einen Praktikanten und mehrere Mütter die mitarbeiten. In der OGS sind z. Zt. ca. 40 Kinder. Wir haben auch nur einen großen Raum zum spielen und einen Essensraum. Es werden nachmittags auch AGs angeboten die dann mal mehr oder mal weniger auch durchgeführt werden. Aber was ich am schlechtesten finde ist die Unflexibilität. Ich muss den Großen an 5 Tagen mindestens bis 15 Uhr (spätestens 16 Uhr) in der OGS lassen. Brauche sie aber nur einmal die Woche, da ich an einem Tag bis um 18 Uhr arbeiten muss. Deshalb (und weil der Große sich nicht wohl gefühlt hat) haben wir ihn jetzt abgemeldet. Ab nächsten Schuljahr haben wir die Möglichkeit die Kinder bis 14 Uhr in die Verlässliche zu geben. Das heißt sie sind bis 14 Uhr betreut, bekommen auch einen kleinen Snack um 13 Uhr (Obst, Knäcke...) aber es ist keine Hausaufgabenbetreuung. Da meine Schwiegermutter aber ohnehin an diesem Tag einspringen muss ist es für sie zeitlich sogar besser erst den Großen um 14 Uhr aus der Schule und anschließend den Kleinen aus dem Kiga zu holen. Vorher hatte sie immer eine 30 minütige Wartezeit (weil der Große erst um 15 Uhr abgeholt werden durfte und der Kleine aber spätestens um 14.30 Uhr abgeholt werden musste).
    Mein Fazit; Ohne meine Schwiegereltern könnte ich nicht arbeiten gehen!

  9. #9

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    Standard Spielen und Ganztagsschulen!

    Meine sind jetzt zwar schon älter (9 und 12) aber immer noch feste am spielen Feste Spielzeiten hatten wir eigentlich nie und ich habe sie auch gerne mal eine kreative Langeweile ausleben lassen. Also war einerseits natürlich da, wenn sie gefragt haben oder habe auch mal Spiele vorgeschlagen, wenn ich gesehen habe, dass die Luft raus ist. Wurde es aber zur Gewohnheit habe ich sie auch immer wieder mal aus der Langeweile das beste rausholen lassen und das hat eigentlich immer zu Erfolg, d.h. zu einem super Spiel geführt. Inzwischen spielen wir meistens an den Wochenenden oder in den Ferien Gesellschaftsspiele zusammen, auch mit befreundeten Familien oder den Freunden meiner Kiddys zusammen (die übrigends super gerne zu uns kommen um zusammen Spiele zu spielen ... ist eigentlich schade, dass Gesellschaftsspiele so unterschätzt werden). Und wir machen gerne Ausflüge zusammen und zusammen ins Schwimmbad oder zu einem Klettergarten gehen ist doch auch ein tolles "Spiel"
    Wobei wir auch gerne zusammen malen, uns noch gegenseitig vorlesen oder auch mal abends ein kurzes Spiel auspacken oder uns sogar mal zusammen ein neues Spiel ausgedacht haben - hat Wochen gedauert aber sie waren dann Megastolz und spielen es total gerne

    Wg. Ganztagsschulen. Ein ehemaliger Klassenkamerad meines Freundes ist total unglücklich damit, da er seine ganzen Freunde nach dem Wechsel in eine weiterführende Schule verloren hat. Auch meinte er, er hätte keine Zeit mehr für sich oder sich zurückzuziehen. Auch bei unserem Großen ist es oft genug so, dass er heimkommt und sich erst mal eine "Auszeit" nimmt - er will also einfach nur seine Ruhe und Kräfte sammeln. Meine Kleine hat ein eher nicht alltägliches Hobby, bei dem sie 3-4 x pro Woche abends (ab 18 Uhr) ins Training kann und auch unbedingt möchte. Wie kann sie so ein Hobby mit einer Ganztagsschule unter einen Hut bringen?
    Für mich persönlich gibt es einfach noch zu viele Fragezeichen bei der ganzen Geschichte - auch zum Wohl der Kinder (z.B. die Rückzugsmöglichkeiten).

  10. #10

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    Standard Ganztagsschule - find `ich gut ...

    Also - wir leben in einer Stadt, die in der glücklichen Lage ist, über eine große Vielfalt pädagogischer Konzepte zu verfügen. Vor allem im reformpädagogischen Bereich gibt es sehr viele Möglichkeiten - angefangen bei Kita`s und natürluch weiterführend in den Schulen. Dazu kommt noch, daß hier in den meisten Familien, auch in Akademiker-Familien , beide Elternteile berufstätig sind. Oftmals arbeiten beide auch Vollzeit. Da ist es also unumgänglich, daß die Kinderbetreuung nicht schon am Mittag endet.
    Ich kann hier aber manche Argumentation nicht so recht nachvollziehen : Ganztagsschulen mit überwiegendem Anteil von Kindern sozial schwacher Familien ??? Die Kinder sind dann bis in den Abend ausgelastet ? Hausaufgaben müssen ja hinterher auch noch erledigt werden ? Mal ehrlich - entweder kenne ich dann die falschen Schulen oder der Ein oder Andere hat vollkommen falsche Vorstellungen davon ! ;-)

    Zu einer Ganztagsschule gehört natürlich neben der Mittagsversorgung auch die Hausaufgabenbetreuung - und Freizeitangebote ( in den Schulen, die wir kennen selbstverständlich kostenlos und in vielfältigen Bereichen) Anders macht es ja auch keinen Sinn ! Sportangebote, Kreatives, Entspannung , Musikbereich ... So sollte eine gute Ganztagsschule aussehen! Und auch eine Ganztagsschule - speziell der Grundschulbereich - endet ja nun auch nicht erst am Abend. Hier ist die gängige "Grundbetreuung" meist bis ca. 16:00 Uhr vorgesehen, Schulen mit Späthort-Betreuungsmöglichkeitgibt es natürlich auch bis etwa 17:00.

    Es ist in der Stadt ja , gerade bei der großen Wahlmöglichkeit einer passenden Schule, auch nicht mehr so, daß die Kids ihren Schulalltag mit den Freunden aus der Kita-Zeit oder denen aus der Nachbarschaft verbringen. Heute verteilen sich die Kinder auf Schulen im gesamten Stadtgebiet und aus der ländlichen Umgebung gehen auch noch Kids in die verschiedensten Schulen.Und spätestens nach der gängigen Grundschulzeit verteilt sich wieder alles neu - in Gymnasien, Regelschulen - oder, wer Glück hat, verbleibt in einer guten Gemeinschaftsschule ...

    Aus eigener Erfahrung kann ich nur sagen, man weiß NIE vorher genau, ob die ausgewählte Schule wirklich die Richtige ist - egal, wie sie sich nun nennt und welches Konzept sie sich auf die Fahnen geschrieben hat . Da fließen im Laufe der Zeit immer ganz viele Dinge zusammen ... Aber generell am Sinn einer Ganztagsschule zu zweifeln, ist auch der falsche Weg. Diese Schulform hat durchaus Vorteile ! Viel Zeit des Tages mit Gleichaltrigen zu verbringen , wirkt sich m.E. sehr positiv auf die Entwicklung aus und auch Eltern, die sich mit dem Konzept identifizieren , können durchaus streßärmer, entspannter ihren Alltag bestreiten. Nichts empfinde ich schlimmer, als ständig unter enormen Zeitdruck herumzuhetzen. ;-) Überhaupt - ist es nicht ein Manko in unserer Gesellschaft, sich immer von anderen, völlig Fremden unter Druck setzen zu lassen, wenn man es so empfindet, daß man " schief angeguckt wird, weil man nicht die Rund-um-die-Uhr- Übermutter gibt ?!? Weiß man so sicher, ob jede dieser "Ganztagsmütter" wirklich daheim rund um die Uhr mit ihren Kindern beschäftigt - oder ob sich die Kinder dann auch wirklich besser entwickeln ? Soziale Kompetenzen werden schon im Verband der Gruppe / Gemeinschaft entwickelt ... Und auch nicht jedes Kind hat als "Nicht-Ganztagsschulkind" weniger Streß - Freizeitstreß gibt es auch oft genug, weil : Mo. Fußball, Di. Musikschule, Mi. Kampfsport, Do.wieder Training im Verein ... Wochenende: Wettkämpfe / Turniere ... Ob es den Kindern immer wirklich gut tut, ist das Eine, daß Mama den Mama-Taxi-Streß hat - das Andere ... Aber auch das muß jeder mit sich selbst ausmachen - nur im Umfeld dann jammern und klagen, wie gestreßt man doch ist - hm, nunja ...... Wir sind doch alle erwachsen genug ;-)

    Um aber wieder zum eigentlichen Thema zu kommen : Wir Eltern melden unsere Kinder an einer Schule an - wohlfühlen müssen sich dort aber die Kinder ! Und letztendlich fließen zum Wohlfühlen immer viele, ganz individuelle Faktoren zusammen. Auch einen Schulwechsel plant kaum einer von vornherein ein, doch ist dieser hin und wieder im Laufe der Schulzeit sinnvoll und richtig. Wichtig ist einzig und allein, wo sich das Kind wohlfühlt, wo es wirklich seinen Bedürfnissen entsprechend gefördert und gefordert wird ... Vorab können wir nur die entsprechenden Möglichkeiten der Information nutzen - Tag der offenen Tür, Hospitation, Schnuppertage , Gespräche .... und letztendlich auf unser Bauchgefühl eingehen . Ob die Entscheidung dann die Richtige ist, stellt sich immer erst später heraus :-)
    Geändert von hema1309 (27.05.2013 um 07:54 Uhr)

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